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Misty Marie Wilmots Tagebuch ist kein gewöhnliches, sondern soll ihrem Ehemann Peter als hilfreiche Lektüre dienen, sobald der irgendwann aus seinem Koma erwacht.
Während sie, die erfolglose Ex-Kunststudentin, schreibend über ihren verödeten Lebenslauf nachdenkt und gleichzeitig mit Peters verstörendem Nachlass klarzukommen versucht, lässt ihre Schwiegermutter nicht locker: Misty soll zeichnen und malen wie früher.
Schwiegermutter ist sich sicher, dass Mistys Bilder einmal berühmte Kunstwerke und weit über den Erholungssort Waytansea Island hinaus bekannt sein werden.
Doch wie zu erwarten war, stecken hinter dem anfangs sanften Zwang zur Malerei viel mehr als nur persönliche Gründe.
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In "Diary" hat Palahniuk kaum mehr als nur dreieinhalb Weisheiten gepackt:
Nicht der Künstler/Mensch lebt ewig, sondern (höchstens) sein Werk.
Jeder Mensch will sich verewigen (und ritzt darum beispielsweise Namen in Schulbänke).
Jedes Werk ein Selbstportrait des Künstlers.
Die besten Künstler sind die leidenden und verrückten.
Diese Punkte und reichlich Fachwissen über Gesichtsmuskulatur, Zeichenutensilien, Farbbestandteile und durchgedrehte, totkranke oder spleenige Maler hat Palahniuk in seinen Tagebuchroman gequetscht und auch nicht mit Wiederholungen von Phrasen und Informationen gegeizt.
Herausgekommen ist ein anfangs packendes Werk, dem jedoch auf halber Strecke die Puste ausgeht. Dreieinhalb Weisheiten und jede Menge lexikalische Fakten ergeben halt noch lange keine interessante Geschichte.
Darum löste auch der dem Pseudo-Tagebuch angehangene Brief an Chuck Palahniuk bei mir nur noch ein gelangweiltes "Uäh, was soll das denn jetzt noch?!" aus.

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