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Michael Herz (1989)

Atomic Avenger 2

The Toxic Avenger, Part 2

Der Toxic Avenger fühlt sich nicht gut. Und das nur, weil er Tromaville längst vom Bösen befreit und nun Langeweile hat. Seine Psychiaterin hingegen vermutet das Problem in Toxies (bzw. Melvins) vaterloser Kindheit.

Doch erst kürzlich hat sie aus sicherer Quelle erfahren: Melvins Vater hält sich irgendwo in Tokio auf. Sie nennt die Fakten und schlägt unserem Helden vor, sich auf die Suche nach seinem Vater zu begeben.

Toxie geht auf ihren Rat ein, denn er ahnt nichts von der Bestechlichkeit der Psychiaterin, die auf der Lohnliste des expansionsgeilen Großkonzerns Apocalypse Inc. steht.

Einige Zeit später: Während Melvin in Japan an Land geht, ist Tromaville bereits fest in der Gewalt der Apocalypse Inc. Zwar gibt es vereinzelt Bürgerproteste, doch die Schergen des Konzerns schlagen diese doch recht zahmen Aufstände skrupellos nieder.

Und so bleibt den Einwohnern Tromavilles nichts anderes übrig, als zu versuchen, bis zur Rückkehr ihres stadteigenen Superhelden zu überleben.

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Trotz einer gehörigen Portion satirisch verpackter Gesellschaftskritik ist Toxic Avenger 2 nicht mehr als nur der lahm inszenierte und möchtegern-witzige Aufguß seines Vorgängers.

Denn einmal mehr bestätigt Toxic Avenger 2, dass absichtlich trashige Inszenierungen selten die gewünschte Wirkung - also Gelächter - beim Publikum auslösen.

Vor den Kameras agierten Ron Fazio, John Altamura, Phoebe Legere, Rick Collins, Rikiya Yasuoka, Mayako Katsuragi und Erika Schickel.

An dieser Stelle mein herzliches Beileid an Cast und Crew. Schließlich waren sie zum Teil mehrere Wochen an der Entstehung dieses Lebenszeit verschwendenden Werkes beteiligt.

Andererseits… Die Dreharbeiten waren mit Sicherheit spaßiger als das zum Glück nur knapp 95 Minuten lange Resultat.

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Wenn doch wenigstens die Choreographie der Kampfszenen für Stimmung und Spannung sorgen würde… Doch nicht einmal diese Grundvoraussetzung sehenswerter Nullhandlungsfilme vermögen die Regisseure Lloyd Kaufmann und Michael Herz zu erfüllen.

Der große Schwachpunkt des Filmes ist nämlich, dass der Avenger seinen Gegnern jederzeit weit überlegen ist. Das macht ihn zum langweiligsten Leinwandhelden seit Superman*.

(* Jedenfalls nach dem von Max Fleischer produzierten Zeichentrick-Superman. Diese Cartoons sind trotz der aufwändigen Animationen verflucht öde, weil Superman nur austeilt und nie ernsthaft einstecken muss.)

Natürlich ist Toxie der Held. Aber mir fällt es schwer, ihn als Protagonisten anzuerkennen, da er die Bösen nicht 'nur' tötet, sondern nach allen Regeln der Kunst abschlachtet.

(Eine gute Überleitung übrigens zum nächsten Kritikpunk.)

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Toxie reißt Innereien heraus, zerschmettert Köpfe und quetscht einen kleinwüchsigen Muskelprotz auf Basketballgröße zusammen. Nett.

Nur: Bloße Effekthascherei ist fürs Publikum auf Dauer mindestens ebenso ermüdend wie laue Gags und ein unaufhaltsamer Überheld; ganz gleich, ob für die SFX ein fettes Budget zur Verfügung stand oder nicht.

Und da in diesem Fall die Story lahmt, die Darsteller nerven und die Inszenierung stümperhaft ist, reißen die gorigen Szenen auch nichts mehr raus.

Das ist wohl auch der Grund dafür, dass ich diesen Film überflüssig finde, während ich Braindead, Story of Ricky und Redneck Zombies ohne Zögern weiterempfehlen kann.

(Nun ja, vielleicht nicht gerade meiner Verwandtschaft, aber das dürfte ja klar sein.)

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Bemerkenswerter als Handlung und Umsetzung: Im Tromaversum™ ist Rassismus offenbar kein Thema (mehr) und 'verfassungsfeindliche' Symbole sind zu Modespleens verkommen.

Das beste Beispiel für diese Beobachtung findet sich zu Filmbeginn, als massig Angreifer auf Melvin, den mopschwingenden Mutanten, einstürmen: Da kämpft ein kuttentragender Ku-Klux-Klansman Seite an Seite mit afroamerikanischen Bösewichten.

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Und noch etwas fällt auf: Claire, Toxies Freundin, ist hochgestylt wie eine für Dessous werbende Schaufensterpuppe aus der Achtzigerjahre-Modehölle.

Sicherlich haben sich die Regisseure dabei nicht viel mehr gedacht, als dass sie in diesem Film als eye-candy herhalten soll. Innerhalb des Filmes hingegen verweist ihre Aufmachung zurück auf Toxies Geschmack.

Schließlich ist Claire blind und muss sich auf fremde Geschmäcker verlassen. Darum nehme ich mal an, dass Toxie seine Freundin irgendwann zwischen den beiden Filmen von einer Durchschnittsschönheit in ein Dessouspüppchen verwandelt hat.

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