Starwarsfilme (Krieg, wofür ist er gut?)

Gestern führte der erste „Rogue One: A Star Wars Story“-Trailer zu einem Tsunami aus Tweets, „reagiert auf“-Videoclips und Forendiskussionen. Auch ich konnte mein Wasser nicht halten; twitterte sogleich:

„A Star Wars Story“? Fuck off! Was wir [nicht!] brauchen ist ein Kriegsfilm im Weltall bzw. noch mehr davon. Bitte als Nächstes ein HURTLOCKER-Quasiremake, dankesehr!

„Stormtroopers don’t surf!“

Oder wie wäre es, wenn [zur Abwechslung mal] sprechende Katzen glaubwürdige Konsequenzen hätten? *saugt den Spaß aus dem Pettersson&Findus-Franchise* [Oder wie wäre es mit] „Die Großeltern der Maus. Eine Grüffelo-Geschichte“

[Und] apropos Nebenschauplatz: Starke Frauen™ dürfen mit den abgeliebten Legosets ihrer Väter spielen, jetzt wo die im Pflegeheim sind. Female Empowerment durch Bigbudget-Cosplay.

EASYRIDER, aber diesmal mit Motorradfahrerinnen / TOPGUN, aber diesmal mit Navypilotinnen / STANDBYME, aber diesmal mit Mädchen. #geldregen

Nächtliche Notizen füllten dann doch eine (nun kreuzundquer beschriebene) A4-Seite. Insgesamt also mehr als genug Stoff für einen Blogpost. Nun denn…

Ein Wegwerfsatz des Lauftextes zu Beginn der „Episode 4“ ist offenbar der Aufhänger für „Rogue One“: Die Todessternpläne werden gestohlen werden, wir wissen nur noch nicht, wie der Diebstahl geplant und durchgeführt worden sein wird. Der Spannungsbogen ist allzu künstlich, denn wir wissen ja, wer gewinnt.

Am Spannendsten wird wohl die Jagd nach Unstimmigkeiten und Ostereiern.

Von dieser Logik des vermeintlichen Erzähltwerdenmüssens ausgehend hat nun leider jede in den Originalfilmen erwähnte Begebenheit und sogar jede der Kreaturen in der MosEisley-Spelunke das Potential, auf Spielfilmlänge aufgebauscht zu werden.

Ich meine… Genausogut wäre es möglich, die Figuren im Neuen Testament in vollwertige Charaktere zu verwandeln. Jeder Apostel bekäme ein Prequel und die Korinther eine Spinoffserie. Wozu soll das gut sein? Die Botschaft wird dadurch jedenfalls nicht klarer.

tl;dr: Archetypen und Tropes benötigen keine etablierende 3-Akt-Struktur!

(Einspruch hier: Starwars- oder Marvelfilme sind keine religiösen Schriften, der Vergleich hinkt also. Doch er bot sich an, denn für Sommer 2018 ist ein Lazarus-Film geplant. [citation needed] Followerpower: Sind die Ewokfilme apokryph?)

Insgesamt wird die Dramaturgie geknebelt von Querverweisen und Bekanntem. Noch dazu von ausgedachtem Bekannten. Im ‚echten‘ Kriegsfilm oder Historiendrama ist stets auch ein Lerneffekt eingepreist. Im expandierten SW-Universum sind sämtliche Fakten nutzlos und austauschbar und sollen Merchandisekäufe generieren.

„Rogue One“ wäre bis vor etwa zwölf Jahren maximal als Textdatei oder Lowestbudget-Freizeitprojekt im Internet aufgetaucht. Nun ist die Nerdkultur in der Mitte der Gesellschaft angekommen, alle wollen mitreden und der Goldrausch ist in vollem Gange, die Geldkühe haben pralle Euter, die Geldquellen sprudeln usw. – letzteres Quellwasser kommt übrigens unter anderem durch den Reaktionen-Tsunami zustande, den auch noch der aussageloseste Teasertrailer oder Blogartikel auslöst.

*blickt vielsagend in die Kamera*

Nicht zuletzt kombinieren die neuen Starwarsfilme offensichtlich geldregen-klimpernlassende Frauenpower mit geldregen-klimpernlassendem Kriegsfilmanteil.

Egal, wie gutgemacht Starwarsfilme sind oder wie gendergerecht: es bleiben Kriegsfilme und sie propagieren Gewalt als Lösung. Erschwerend kommt hinzu, dass zu ihrem Selbstverständnis planetenweiter Massenmord gehört und dies alles auf Coolness und sogenannte ’stunning visuals‘ hin inszeniert ist.

Weltraumweiter Krieg ist im Titel des Franchises, okay. Aber das sollte eher ein Zeichen dafür sein, solch ein Franchise im Jahre 2016 fallen zu lassen – oder es doch wenigstens in eine zukunftsgewandtere Sciencefantasy zu verwandeln: Der Wiederaufbau nach einem Sternenkrieg ist als Handlungsbogen konzeptuell weitaus innovativer als das am Ende des Tages immergleiche Statistenschmeißen und Weltenzertrümmern.

Der Look des „Rogue One“ ähnelt allem Dagewesenen. Es ist ein erdfarbenes Ballerspiel und sowas deprimiert mich. Vermutlich haben die vergangenen Starwarsfilme und Egoshooter alle erdenkbaren Szenarien aufgebraucht und jetzt werden deren Sets recycled/zitiert.

Und: Will ich denn nach einem Tag voller Nachrichten über IS-Truppen und pöbelnde Lokalpatriotisten auch noch im Kino sehen, wie geschundene Körper durch die Luft wirbeln und Gewalt als Lösung propagiert wird? Will ich einen Film sehen, der auf mich wirkt, wie einem Schulfreund beim Konsolespielen zuzuschauen?

Der „Rogue One“-Trailer erinnerte mich beispielsweise auch an Bildergalerien über israelische Soldatinnen. Klar sind die tough und jungdynamisch und das alles, aber sie schießen auf Menschen. Keine Ahnung, wieso die kollektive Menschheit sowas unbedingt im Kino sehen möchte. Wollen wir wirklich „Frauen, die ihren Mann stehen“? Sollten unsere Töchter solche Vorbilder haben? Wenn ja, warum also feiert niemand in Blogpostlänge die Soldatinnen aus „Starship Troopers“ als Heldinnen ihrer Kindheit?

(Einspruch hier: Die Heldinnen der Starwarsfilme kämpfen selbstredend alle für die gute Sache. Sie schneiden keine Ohren ab und brennen keine Dörfer nieder. Sie sind moralisch rein. Und schnippisch.)

Insgesamt wäre es übrigens trotz allem spannend, wenn die „Star Wars Stories“ sich tonal vollkommen voneinander unterschieden: Ich möchte EliRoth-Schlock über die ‚Befriedung‘ eines Waldplaneten, eine Teenieklamotte über bongrauchende Jedischüler_innen, ein Dokudrama über den imperialen Büroalltag…

Oder aber nichts von alledem und stattdessen ermunternde, hoffnungspendende Zukunftsvisionen. Es wäre jetzt eigentlich so langsam an der Zeit, unsere Einberufungsbefehle bzw. vorbestellten Tickets zu verbrennen.

– – –

für weiteres Lesen:
Redlettermedia: Top Ten Things YOU Didn’t Know About Darth Vader’s Suit! (EXTREME CLICKBAIT)
„Weltenbau-Wissen: Implodiert die Welt von Harry Potter, weil sie zu groß wird?“ (via realvirtuality)

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Der Sohn meiner liebsten englischsprachigen Podcasts

Seit dem ersten Blogbeitrag über meine liebsten englischsprachigen Podcasts vom Juli 2012 hat sich die Medienlandschaft meines Erachtens nach nicht sehr stark gewandelt. (Von 3D-Filmen und hochwertigen TV-Serien mal abgesehen.)

Gleichzeitig habe ich zwar noch immer größtenteils sogenannte Comedy-Podcasts auf dem Ohr, aber es kamen neue ‚Sendungen‘ hinzu, während andere aus Mangel an Interesse meinerseits inzwischen sozusagen hinten runtergefallen sind.

Hier nun die Veteranen und Frischlinge ganz nach meinem Geschmack:

Seth Romatelli und Jonathan Larroquette:
»Uhh Yeah Dude«
http://uhhyeahdude.com/ | uhhyeahdude.libsyn.com

Die beiden lesen sich Internetfundstücke vor und durchdenken sie lachend. Nun bereits seit knapp zehn Jahren wöchentlich und dabei niemals sich oder die Hörerschaft langweilend.

Dave Anthony und Gareth Reynolds (& manchmal auch Gäste):
»The Dollop«
http://thedollop.net/wp/ | thedollop.libsyn.org

Bemerkenswerte Episoden und Persönlichkeiten der US-Geschichte werden hier zwei Mal wöchentlich gleichzeitig erzählt und verunglimpft.

Schlock Industries (Matt Ringler, Doug Frye und Gäste):
»Schlock Treatment«
http://schlocktreatment.com/
sowie
Dan McCoy, Elliott Kalan und Stuart Wellington:
»The Flop House«
http://www.flophousepodcast.com/

Filme schauen und darüber reden können sie alle. Die Sendungen eignen sich zum Auffrischen und Abklopfen der eigenen Pokultur- und Sprachkenntnisse: Jeder vorhergesehene Verweis oder Wortwitz löst einen inneren Freudensprung aus.

Und nein, man muss die besprochenen Filme nicht selbst gesehen haben. Genausowenig, wie man bei den ver-Dollop-ten Ereignissen dabeigewesen zu sein brauchte, um mit den Moderatorenteams darüber lachen zu können.

Viktor / Sputnik / Tor:
»Tank Riot«
http://www.tankriot.com/

Tank Riot bietet ausführliche Einführungen zu interessanten Themen, abgerundet durch Politik und Filmtipps. Zwischen den (dafür wiederum recht langen) Episoden vergeht teilweise viel Zeit.

Dana Gould und viele Gäste:
»The Dana Gould Hour«
http://danagould.com/ | danagould.libsyn.com

Anekdoten, Lebensweisheiten, Popkultur und nutzloses Wissen vom Feinsten vom Hollywood-Insider und seinen Bekannten.

Paul F. Tompkins und Gäste:
»The Dead Authors Podcast«
http://www.deadauthorspodcast.org/ | thedeadauthorspodcast.libsyn.com

Inzwischen verstorbene Autor_innen werden von H.G. Wells aus ihrer Zeit auf die Bühne geholt und interviewt; Wissensvermittlung und Improv-Comedy halten sich die Waage.

Eddie Pepitone und Gäste:
»Pep Talks With The Bitter Buddha«
allthingscomedy.com/…/Pep_Talks | soundcloud.com/peptalkspodcast

Es ist ein klassisches US-Comedy-Podcast: man redet hier pointiert und gedankenspringend; die Themenvielfalt ergibt sich von allein, Hauptfeind ist der militär-industrielle Komplex.

Todd Glass, Studiobesetzung und Gäste:
»The Todd Glass Show«
nerdist.com/podcasts/the-todd-glass-show-channel/ | toddglassshow.libsyn.com

Relativ neu auf meiner Liste ist dieses wohl best-produzierte Podcast vorstellbar. Todd Glass hat eine wortwörtliche Show mit Livemusik, Jingles und knöpfchendrückende Mitarbeiter. Auch ist jede Sendung komplexestmögliche Comedy; die TGS basiert wie kein zweites mir bekanntes Podcast auf Running Gags und Antijokes.

PS: Genau wie damals gilt auch für diese Liste: „Die meisten hier verlinkten Sendungen laufen zwar unter ‚Comedy‘, doch dieser Begriff bedeutet oft eher eine Mischung aus politischem Kabarett und tiefgehenden Interviews.“

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@henscheck kurzbespricht Filme (3)

Nach längerer Zeit mal wieder #filmkritik-Tweets von Henscheck.

3. Juni 2014
Der gute Film noir: KANSAS CITY CONFIDENTIAL von 1952 mit LeeVanCleef in einer Nebenrolle.

3. Juli 2014
Filmtipp: Ich mag bereits LA FÉE sehr, doch auch Abel-et-Gordon’s RUMBA ist eine wunderschön durchdachte Beziehungsdramödie(?).

21. August 2014
Paul Schrader’s Audiokommentar zu CAT PEOPLE ist besser als der Film, trotz Moroder/Bowie-Soundtrack. Gute Bestandteile tho.

02. September 2014
Filmtipp: FAST&FURIOUS_6 für alle, für deren Geschmack in DER CLOWN und COBRA 11 nicht genug Autos rumgeschmissen wurden.

15. September 2014
Zeitversetzter Tatort-Kameraführungsverriss in Kombination mit Kritik an der als rassistisch empfundenen Musikauswahl muss leider ausfallen. [Von wegen!]

Filmschulspastis entwerten die Ballhaus-Kreiselkamera aus MARTHA. :( Schnelle Schwenks aus ner Kreisbewegung heraus, argh! Die Kameraführung ist völlig vom Geschehen abgekoppelt. Bei der einen Szene war ich froh, dass die Leute so nah am Sofa standen, dass der Steadycamklong über ne Fußbank gestolpert wäre.

Ich lachte beim #Tatort nicht so sehr über die arabische Musik wie über das Wikipedia-Derivat „Wissensschatz“. Zudem war’s witzig, dass die beiden Kommissare völlig gleich aussehen im Unterschied zu den Arabern. [I]ch fand es tatsächlich schade, dass der #Tatort es nicht geschafft hat, bei Szenen im Büro der Ermittler Bierzeltmusik zu spielen.

20. September 2014
Der gute Film: QUERELLE, weil wenn schon während der Dreharbeiten versterben, dann während eines Kostümdramas. – Der gute Film: DIE ARCHITEKTEN, weil wenn schon DDR-kritische Filme, dann einen direkt aus der DDR.

29. September 2014
der gute Film: MAPS TO THE STARS, der ein BestOf diverser Cronenbergthemen bringt (minus Bodyhorror). dafür ballardsch/palahniukesk.

06. November 2014
Filmtipps: PLATOON ist noch immer sehrsehrgut und John Badham’s DRACULA (1979) der bestmögliche Draculafilm außer dem Original-NOSFERATU. Badham hat auch „Das fliegende Auge“ und „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ regiert; zwei wichtige Werke im VHS-Regal meines Stiefvaters.

10. November 2014
Und der Sonntag klang aus mit Fassbinder’s Kostümfilm LILI MARLEN – nur echt mit auf der DVD inkludiertem awkwardem Premieren-Interview. Die Fassbinder-Interviews im ÖR sind stets Comedygold, leider steht da vieles nicht auf Youtube bereit.

20. November 2014
Filmbußundbettag: Fassbinders CHINESISCHES ROULETTE dreht Intrigenspiel auf 11 und Ballhaus tobt sich aus, wobei toben das falsche Wort ist.

25. Februar
Filmabend: JOHNNY MNEMONIC hab ich vor lauter Meh und Fremdscham letztendlich nur noch durchgespult. Takeshi! Dolph(in)! Internet 2021!

20. März
der irgendwie ganz gute Film: THIS IS THE END, a „disaster comedy film … by Seth Rogen and Evan Goldberg“, bei welchem ich mich dabei ertappe, über die juvenilste Scheiße zu lachen und die Spezialeffekte beeindruckend zu finden.

24. März
Muss man eigentlich hier extra erwähnen, wie empfehlenswert der SHAUN-DAS-SCHAF-KINOFILM ist? Allein schon des Setdesigns wegen!

04. April
EXPLORERS vom Joe Dante zerfällt nach ner Stunde (mit Ankunft im Raumschiff #spoiler) komplett und wird un-anschaubarer Schrott. Die erste Stunde der EXPLORERS ist das typische Newhollywood-Nostalgiegelumpe inkl. Zitateschmeißen und perfekten Kinderzimmern.

Vor allem: die EXPLORERS nutzen die Erfindung, um nem Schwarm ins Fenster zu gucken. Soviel dazu, den Film der Tochter zu zeigen. Oh, wobei: als Warnung vielleicht? Fuchtbarer Scheiss jedenfalls. Gibt es eigentlich einen 80s-Kinderfilm mit Erfinderinnen? Ja: CARRIE und NIGHTMARE ON ELM STREET.

30. Mai
der gute Film (was ich bereits wusste, aber so ist das eben): HANA-BI vom Takeshi Kitano.

01. Juni
Guten Morgen. – Was genau ist der Punkt bei SCOTT PILGRIM? Ich weiß, der Film ist gut inszeniert und alles, aber wozu die Kämpfe? Mag eine Parabel auf Irgendwas sein, aber die Charaktere sind allesamt so furchtbar und Scotts Siege für mich selten earned.

Da hat sich jemand bzw. das gesamte Team durchweg enorme Mühe gegeben. Leider verdienen die Figuren Prügel. Gegen die Inszenierung habe ich nichts, und ab ca. dem ersten Drittel schaute ich SP reineweg aus professionellem Interesse.

Der ganze Streifen wäre besser, wenn die Sex Bobombs konsequent als miese Band inszeniert wären, die sich sonstewas einbilden. Stets lustig, dass als „schlecht“ bezeichnete ‚Live’musik in Filmen selten schlecht ist. SCOTT PILGRIM wuchs nie künstlerisch.

Kein Plan, was mich an SCOTT PILGRIM so triggert, aber ich hab den Film nur mit Mühe zuendegeschaut. Einzig der „schwule Mitbewohner“ und die Drummerin waren als Menschen erträglich. Bitte eine Solotournee mit denen, danke.

Glücklicherweise schaute ich am Sonntag mehr als nur SCOTT fucking PILGRIM – zB WISE GUYS vom DePalma, der bei Zweitsichtung weitaus weniger fad und unlustig ist, als ich ihn in Erinnerung hatte.

03. Juni
Gestern war ich zu müde für MAD MAX (OV) im Kino, fuhr nachhause und schaute stattdessen CASINO. Spielt ja auch in der Wüste. Ich war zuerst enttäuscht, dass CASINO nicht mit vom Michael Ballhaus kameragemenscht wurde. Doch R.Richardson hat es drauf.

22. Juni
der gute Film: I SHOT ANDY WARHOL // der wtf’e Film: LOST BOYS – Wtf wie in „hoffentlich ist NEAR DARK besser als dieser seltsame Käse“ (Corey Feldman tho.)

23. Juni
Ich mag, wie aussagefrei und uninspiriert die @OnePerfectShot-Standbilder größtenteils sind. Deshalb ja auch „Movies“. Vgl.: die „Good Duck Panels“ sind es größtenteils wegen der Erikafuchs-Blasen.

29. Juni
Am Weekend auf die Kinder aufpassen und dieses sofort nutzen, um mit denen den Original-GODZILLA zu schauen und anderntags GORGO. Meines Erachtens sollte es auch problemlos klargehen, (in meinem Beisein) den Emmerich-GODZILLA zu zeigen oder PACIFIC RIM.

6. Juli
Den Elvis-Film VIVA LAS VEGAS zu doof/altbacken zum Weitergucken befunden nach ca. 20min. Dafür VALHALLA RISING und ONLY GOD FORGIVES, hm… Die drei dann „Zum Mitnehmen“ ausgesetzt; irgendwer freut sich sicherlich. // Refn-Audiokomment z VR ohne AGUIRRE-Erwähnung wtf?

Leider fehlt auf der OGF-DVD ein Audiokommentar, so werde ich nie erfahren, wieso Refn sowas verfilmen wollte. Schuld und Sühne?

7. Juli
Heute Nacht gesehen: DER WÜRGEENGEL vom Buñuel. Wieder einer von Stephen Kings Filmliste, wieder einer von King’s Vorbildern. Vor allem auch ist DER WÜRGEENGEL ein Filmtipp für alle Depressiven. Das Schicksal der Figuren dort usw., einfach wow.

9. Juli
der gute Film: ADEL VERPFLICHTET / KIND HEARTS AND CORONETS (1949) nimmt vermutlich GoT vorweg oder sowas, kein Plan. Nettes Gedankenspiel.

23. Juli
Servicewüste Deutschland: Amazon Prime hat kein FRANKENSTEINS MONSTER JAGEN GODZILLAS SOHN oder vergleichbares Kabel1-Material. Irgendwas hält mich davon ab, den aktuellen GODZILLAfilm mit dem Sohn zu gucken. PACIFIC RIM hingegen ging sehr gut.

24. Juli
Sohn’s PACIFICRIM-Zweitsichtung. It’s der andere Ansatz eines guten Filmdesigns: Mehrmals guckenmüssen, weil man nix mitbekommt sonst, bzw. zu wenige ‚Aspekte‘ (etwa das Pfeil-Straßenschild, das den weggeworfenen Goldschuh zeigt od. die Bunkerbeleuchtung). Fragwürdige Elemente ergeben plötzlich reineweg designtechnisch Sinn, zB die „Knie-Scheinwerfer“ oder fluoreszierendes Blut.

Sohn rafft aber noch immer nicht, wie verflucht riesig die Sets sind. Für ihn ist das „Blaue Wunder“ die größtmögliche Brücke.

Dem Sohn und mir zuliebe überspringe ich den größten Teil des inner-mannschaftlichen Zwistes bei PACIFIC RIM. Erklärt sich alles. Irgendwas hält mich davon ab, den aktuellen GODZILLAfilm mit dem Sohn zu gucken. PACIFIC RIM hingegen ging sehr gut.

14. August
Lange dachte ich, WISEGUYS sei Brian De Palmas fehlkalkuliertester Film, dann sah ich THE FURY. Vor allem ist das abstruse Drehbuch zu THE FURY vom Romanautor John Farris, dessen Kram ich mag, höchstselbst. Wohl eher John Verriss, amirite?

02. September
#filmkritik: NEAR DARK und VIDEODROME zerfallen in der zweiten Filmhälfte; teilweise effektebedingt, teils fände man’s anders logischer.

Bei VIDEODROME fiel mir auf, wieviel Carpenter da drinsteckt oder andersherum = PRINCE OF DARKNESS + THEY LIVE + MOUTH OF MADNESS. Schnittmenge aus VIDEODROME und NEAR DARK ist VAMPIRES mit James Woods als Vampirjäger.

07. September
Kaiju-Wochenende mit Sohn: PACIFIC RIM, GAMERA GEGEN VIRAS sowie GAOS — GUIRON war ihm zu fuckedup und gory; Filmsichtung abgebrochen. „Den kannst du dir alleine angucken.“ Werde ich tun. Ich musste ernsthaft erst Vater werden, um auf die Gamerafilme zu stoßen. Hat sich gelohnt demnach.

24. September
Filmabend neulich: MACHO MAN von 1985 sowie RESIDENT EVIL: AFTERLIFE von 2010. Letzterer war weitaus besser im Rahmen des Möglichen. MACHO MAN hat erstaunlicherweise kompetentere (vulgo: echt wirkende und choreografierte) Kampfszenen, versagt aber ansonsten.

Klar sind auch bei RE:AFTERLIFE die Figuren papierdünn, aber der Auteur WSAnderson hat mehr zu sagen als „Muckibude Represent!“ MACHO MAN versagt gerade durch die kompetente Inszenesetzung der Kampfsportler: mehr SAMURAICOP-Schlockyness täte dem Film gut.

Die ersten zehn Minuten konnte ich über die MACHOMAN-Prämisse lachen, aber dann wurde das Lachen gequält, Ironie rutschte ab.

05. Oktober
Das Herzog-Wochenende ist vorbei: FITZCARRALDO hab ich gleich nur mit Audiokommentar geschaut, weil das Konzept besser als der Film ist. Dafür ist COBRA VERDE extrem beeindruckend und BAD LIEUTENANT extrem schräg. Daumen hoch für das tighte Drehbuch bei letzterem.

(Und ja, ich mag den AbelFerrara-Original-BADLIEUTENANT ebenfalls. Wobei: FEAR CITY und ADDICTION weitaus mehr.)

Unfassbar schlimm käme ein COBRA VERDE -Remake voller Miniserien-CGI für zB die Massenszenen. Was Herzog [im] FITZCARRALDO [-Audiokommentar] auch so ähnlich meint: Universal hätte wohl ein Miniaturset mit Modellboot angepeilt. Kotz!

06. Oktober
durchwachsener Filmabend: SILENT HILL vom Gustav Gans. Der ist wunderschön, bis er zu einem schlechten StephenKing/Hellraiser-Mashup wird. „Wunderschön“ meint zB das Ḱlangdesign, die Kreaturen, die seltsame Traumstimmung, die simple(?), horrorfilmgerechte Handlung.

Das ist wie HELLRAISER:DEADER trifft JERUSALEMs LOT und THE MIST. Ist’s die ganze Zeit, aber die Hexenjagd zerstört das Grauen.

K.A., ob SILENT HILL geliebt wird von feministischer Filmkritik. Starke Frauen in einer Traumwelt, die Männer tappen im Dunkeln.

26. Oktober
Kinoabend: NIGHTCRAWLER, der 2te Eintrag in Jake Gyllenhaal’s Digitalkamera-Trilogie, ist der beste Film und wird die falschen Fans ziehen. Danach THE TOWERING INFERNO mit brennendem Wolkenkratzer voller Highsociety – mein KapitalismusFrisstSichSelbst-Doppelfeature. Wobei ich vom IrwinAllen-Katastrophenpomp WHEN TIME RAN OUT (DER TAG, AN DEM DIE WELT UNTERGING) mehr mag. Dutzendmal geschaut.

02. November
nun aber: Filmabend-Rekapitulationen…. SHAUN OF THE DEAD, WORLDs END, Bunuel-EL und Kuleshov’s По закону (NACH DEM GESETZ):

SHAUNOFTHEDEAD ist so brilliant wie es nur geht. WORLDs END passt nicht in die Cornetto-Trilogie, ist zu wenig spaßig&tight. WORLDs END funktioniert auch insgesamt erst, wenn man säckeweise ‚Suspension of Disbelief‘ zur Filmsichtung mitbringt.

In EL findet die Action auf Schauspielebene statt, nie wird die Kamera zum Akteur (vs. pullback&reveal zB bei Polanski). NACH DEM GESETZ ist eine sowjetische JackLondon-Verfilmung und quasi die Kammerspielfassung kurrenter Selbstjustiz-Blockbuster.

Eigentlich wollte ich FRANKENSTEIN, FRANKENSTEINs BRAUT und den WOLFSMENSCH schauen wg. Halloween und so, aber nun gut.

06. November
Dösiger Kinoabend: Sam Mendes‘ „neuer Bond“ ist schnarchiger als die Aufnahme vom herumfliegenden Plastikbeutel aus AMERICAN BEAUTY. Die Sportwagen-Verfolgungsjagd war dermaßen lahm, Mr. Bond telefonierte nebenbei. Hans Landa war vergeudet, der Showdown saugte.

„The Rome street chase took 17 nights to film“ und reisst weniger mit als der Vorspann eines in drei Wochen runtergekurbelten Bunuelfilms.

Vor allem: #SPECTRE findet in einer Bizarrowelt statt, wo SPECTRE nicht der militär-industrielle Komplex ist. SPECTRE’s Totalüberwachungs-Plan gibt es bereits seit Jahrzehnten, er nennt sich CIA, insofern hat der Film keine Fallhöhe.

15. November
ROBOTER DER STERNE, mit den Kindern geschaut und für Sehrsehrgut befunden. Vor allem auch: die DVD ist ab16 freigegeben und ich habe keinen Schimmer, warum. der Film ist quasi Power Rangers in panne.

19. November
Film-Durchwachtenacht – um beide drückte ich mich lange und beide sind sehr schön: DEATH PROOF von Tarantino und AFTER HOURS vom Scorsese. Sehr nett: das DickMiller-Cameo in AFTER HOURS, wohl stuntcast-basiert wegen A BUCKET OF BLOOD.

20. November
Filmsichtungen: John Boorman’s Wernerherzogfilm DELIVERANCE (mit kruden Nachtszenen-SFX) sowie das junge deutsche Cronenberg-Bestof STEREO.

Und auch: Drei Filme in Folge gucken und einen Filmtitel komplett vergessen haben. War wohl nichts allzuwichtiges. m( Vgl. Patton Oswalt’s autobiografische Skizze in Buchform, SILVER SCREEN FIEND.

Ach so, es war Hitchcock’s Spätwerk FRENZY in Zweitsichtung – der wohl beste Film über London, Sexualverbrechen und Nahrung.

21. November
Filmabend: DER TÖDLICHE SCHWARM / THE SWARM, ein absurder Öko-Katastrophenfilm mit My Cocaine und evtl. Subtext. Die Actionsequenzen sind allesamt unfreiwillig spaßig, besonders zum Filmende hin, als man Houston mit Flammenwerfern abfackelt.

Fallhöhe des Films: Fenster schließen, Klimaanlagen abschalten, dann zieht der Schwarm weiter. Stattdessen Mayhem aus Blödheit.

26. November
Filmabend; evtl. sah ich den besten LiamNeeson-mit-Schusswaffe-Film: NON-STOP hat ein straffes Script und schön durchkomponierte Bilder. Ich meine, das sollte eigentlich alles selbstredend sein bei einem Spielfilm, aber ihr wisst ja, wie das ist. Zum Beispiel: in der einführenden Szene im Flughafen dient Un-/Schärfe als Erzählmittel, im aktuellen Bondfilm ist’s nur blurry.

30. November
durchwachsenes Filmwochenende: JOHN WICK, Kurosawa-NACHTASYL, THE LONG GOODBYE von Altman, SEVENTH SON, THE MASTER:

JOHN WICK hat die gleiche generische Unterwelt samt Mafiarussen wie STEREO und ist insgesamt ’ne miesere Version von POINT BLANK. Als Stunt-Showreel ist JOHN WICK gut genug, aber für runderen Skimaskenunterling-Massenmord schaut DAS TÖDLICHE WESPENNEST! THE MASTER ist mir im Vlcplayer (wohl wg. Layerwechsel) im letzten Filmdrittel abgeschmiert, aber er ist soweit sogut.

THE LONG GOODBYE? Wohl eher The Long Good Guy, denn Marlowe hat null Sexualleben trotz Nachbarwohnung voller Hippiemädchen. THE LONG GOODBYE ist jedenfalls sehr nett als altmodischer Noirfilm für zwischendurch, beeindruckend inszeniert sowieso.

SEVENTH SON entlieh ich wegen Julianne Moore (als Oberhexe) und hielt ich durch wg. der Harryhausen-inspirierten Monsterfights. NACHTASYL ist gleichzeitig ein Theaterstück und eine Meisterklasse im Filmbilderbauen.

tl;dr: JOHN WICK und SEVENTH SOHN waren nahe dran an „so doof, dass ich wütend werde“, Meisterregisseure hingegen lieferten.

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@henscheck kurzbespricht Filme (und mehr)

► Einige Einstellungen in PACIFIC RIM sind tatsächlich bloß Stuntpersonen in Anzügen. o.O ► PacificRim-FXspecial schauend und vermute: wenn die CGItechnologie dereinst perfektioniert ist, will niemand mehr zerstörte Gebäude sehen. ► Zwei Jahrzehnte kollabierende Bürohochhäuser später ist alles beeindruckend fotorealistisch, aber die Technik hat sich überlebt.

► Ich kann mich nicht erinnern, PACIFIC RIM in 3D gesehen zu haben, so gut ist 3D inzwischen! ► Bei ein wenig Nachdenken hab ich’s wohl doch. Aber tja, keine Erinnerung, was genau da der Mehrwert war im Kinosaal.

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► SIX-STRING SARUMAN

► »Ch-Ch-Chainmail« (David Crossbowie)

► Hymen and the Matriarchat of the Universe

► deutsche Kinobetreiber legen Schweigergelübde ab

► Alptraum für den Ballerspiel-Hausmeister: Tote Gordonfreemen verstopfen die Lüftungsschächte. :(

► SupermanVsBatman benötigt die ersten dreißig Filmminuten, um zu erkären, dass Gotham und Metropolis eben nicht New York sind. NY ist Marvel.

► Holodeck-Episode: Dr. Pulaski verlangt mehr Gehalt, Picard und Data suchen die Lösung in einer Simulation der 2010er-Blogosphäre. ► Weibliche Holodocs benötigen übrigens mehr Polygonen, deshalb …

► Robot Chicken Deutschland: Karlsson vom Dach hat Rückenschmerzen ► Robot Chicken Deutschland: „Mittendrin“ nachts an einer Autobahnraststätte ► hoppla, jetzt möchte ich Knoff-Hoff-Actionfiguren #RobotChickenDeutschland

► Pornoproduzent werden, um die Leute dazu zu bringen, sich vor jeder Tätigkeit auf die Genitalien und in den Hintern zu spucken.

► Hey Mädchen, bist du der DreiEngelFürCharlie-Film? Denn im Kino fand ich dich beeindruckend, aber einer Zweitsichtung hälst du nicht stand.

► Patrick Bateman, gutgelaunt über das Debütalbum „Sex & Violins“ von Rednex sprechend.

► Gibt es bereits einen Film namens FREI? Ich würde ansonsten gern Frei drehen.

► »Der Tod führt Regie II: Ein Alan Smithee Film«

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► Gary Numan’s STRANGE CHARME hat ziemlich das Gegenteil. grässliche „Yeahahey!“-Frauenstimmen, Saxophon, Drumcomputer und ePiano. 1986, pfui! ► »Strange Charm is the third of five Numan albums to feature saxophonist Dick Morrissey, who performed on the Blade Runner film score.« uah! ► Das erste, was mir bei BLADERUNNER einfällt, ist das Saxophon. ► Das erste, was mir bei THE BENNY HILL SHOW einfällt, ist der Sexismus.

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► Vorhin im DVDregal „B“ standen BASIC INSTINCT und DER BIBER hintereinander und jetzt will ich LOADED WEAPON gucken.

► die Jagd nach Artefakten der Spätneunziger geht weiter: heute eine HOORAY FOR BOOBIES -CD erstanden, sogar mit Vivazwei-Sticker

► Idee: „Viva Zwei – Der Film“, zB mit Herrn Tutorial als Nils Ruf ► abgesehen von unseren albernen Castingvorschlägen: ein Film über Aufstieg&Fall des besten deutschen Musikfernsehsenders ist guter Pitch.

► zu Fuß durchs Elbtal, verfolgt von allen Jugendbanden der Stadt ► TheWarriors-Remake in Dresden: Banden sind u.a. die Alaunstraßenhipster, SGD-Hools und die Vapiano-Stinos

► Wohin muss man fahren, um in Kartons voller SCHWERMETALL-Ausgaben vielleicht fünf Hefte gut genug zu finden, um sie zu kaufen? ► Das Internet ist jedenfalls kein guter Platz fürs Comicjahrgänge-durchstöbern. Ostdeutschland sowieso nicht. (Höchstens für MOSAIK.)

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► Der Mensch, der mir in der @slubdresden alle Polanskifilme vor der Nase weglieh, rechnete nicht mit dem Stadtbibliotheks-DVDbestand.

► Polanski-Woche: DIE NEUN PFORTEN ist der bestmögliche Okkultfilm. Und auch: Szenenapplaus fürs Foreshadowing mittels „Fire Exit“-Schildes. ► Polanski-Woche: PIRATEN ist theoretisch ebenfalls wunderschön (Ausstattung, Schauspieler, visual gags), wenn nur nicht die Handlung wäre. ► PIRATEN erinnert mich stark an FEARLESS VAMPIRE KILLERS, aber die Slapstikelemente fallen flach aufs Gesicht (pun!) und die Figuren nerven.

► bei NEUN PFORTEN eine Hauptattraktion von vielen: Frank Langella’s Stimme. das wäre zu Hammerzeiten ne ChristopherLee-Rolle gewesen. ► und falls PIRATEN Polanski’s schlimmster Klunker ist, freue ich mich auf die übrigen Filme im Stapel.

► NEUN PFORTEN vs. die Szene im Schwedischen Antiquariat

► und beim Polanski-PIRATEN dachte ich ständig an den vomSetting her ähnlich abstoßenden THE ISLAND mit MyCocaine ► Arbeitshypothese ist derzeit, dass Piratenfilme wohl für mich grässlich sind, weil sie Erinnerung an DER SCHATZ IM ALL triggern.

► Polanski-Woche: THE GHOSTWRITER und MACBETH sind tolle Filme und so langsam kapiere ich P.’s Tricks&Kniffe. Un-Enden zB sind sein Ding. ► was ich an THE GHOSTWRITER mag: seine Inszenierung ähnelt der guter Geisterhausfilme: man ahnt nur, dass das Komplott echt ist. Einbildung?

► Ein weiterer Polanskikniff ist die Eskalation einer Szene. Was mich auch an THEMATRIX störte: klares Action CUT TO Dialog CUT TO Moodsetting ► Er bringt es hingegen ständig fertig, zB durch pullback&reveal (Kamerafahrt, Tür öffnet sich, o.ä.) ohne Schnitt die Stimmung zu verändern.

► Auch erinnere ich mich dunkel daran, dass zu CHINATOWN gesagt wurde: in jd. Szene finden mind. zwei Handlungsebenen statt. Nix vergeuden. ► lbnl scheint es eine Polanski-bevorzugte Farbstimmung zu geben. Und eine Innendesign/Architektur-Dissertation ist er sowieso wert.

► Henscheck – The SLUB Years

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Mehr davon und mehr gibt es auf dem Twitteraccount, den sie Henscheck nannten

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@henscheck kurzbespricht Filme (2)

► Was mach ich eigentlich noch in der Slub?! Ich habe doch DRIVE, THE MAN WITH THE IRON FISTS und zwei Polanskifilme entliehen. m(

► erstaunlich, dass es RZA geschafft hat, einen langweiligen Kampfkunstfilm zu fabrizieren. (bis auf den Showdown und ca 7 Einstellungen) ► [THE MAN WITH THE IRON FISTS,] schön und gut. Aber ich ärgere mich gleichzeitig über Formelhaftigkeit und Abweichungen zu den SB-Filmen. ► Abweichung wie: keinerlei samplewürdigen Dialogzeilen, mit Schnittsoftware zerschnittene Fights, Europäer in Hauptrollen. ► Und Formelhaftigkeit wie Clankrieg, Gold, Liebesgeschichte, blabla.

► DRIVE hingegen: was für ein strikter, unaufgeregter, ordentlich durchkonstruierter Film mit charismatischen Menschen in allen Rollen!

► Andernorts wurde dies bereits gesagt, aber: DRIVE hat kurze Gewalt- / Actionszenen, die dadurch besser wirken als 10min. Statistenschmeißen. ► DRIVE weiß, was er erzählen will und tut es; der Mann mit Eisenarmen schreit herum und verkackt teilweise sogar die Klangeffekte.

► Mafiosi, die sich wundern, dass noch immer Leute von ihnen Geld pumpen, obwohl sie alle es besser wissen müssten. „Gucken die keine Filme?!“

► DRIVE hat die beste Mischung aus vielsagendem Schweigen und kurzen Gewaltausbrüchen seit dem Hochzeitsvideo deiner Eltern

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► der mäßige Film: MEAN STREETS vom Scorsese hab ich nicht durchgestanden, weil mich die Figuren nicht interessieren. Und zu dunkel.

► Hoffentlich stellt sich Scorseses RAGING BULL nicht als überhyptes Mittelmaß heraus.

► ebenfalls nicht ausgehalten habe ich Tod Brownings DRACULA. Nun weiß ich jedoch, wieso EDWOOD-Lugosi das Schwanensee-Motiv hat. ► zudem: aus dem DRACULA-Vorspann wurde evtl. das Batman-Logo entnommen

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► sowas wie einen Zeugenjehova-Straßenstand, aber mit empfehlenswerten Filmen und Büchern

► „Die Lieblingsfilme der SZ-Redaktion“ und dann fehlen BRAINDEAD und ARMY OF DARKNESS?!

► „Quentin Tarantino präsentiert“ ist weniger verlockend als „Guillermo Del Toro präsentiert“ [und was ist mit „Peter Jackson präsentiert“?]

► Der Arbeitsalltag eines Kulturkritikers besteht zu einem Drittel aus Medienkonsum und zum zweiten aus Freude über eigene Schachtelsätze.

► Männer sind von Stroheim, Frauen von Harbou.

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► auch so ein perfekter Film: Polanski’s FEARLESS VAMPIRE KILLERS. Seit langem mal wieder geschaut seit damals auf VHS-Aufzeichnung von tcm. ► Lektion aus FEARLESS VAMPIRE KILLERS: jede Szene bzw. jede dritte Einstellung führt in die Irre. Wahnsinnig viel gutes Pull Back And Reveal. ► Lektion aus FEARLESS VAMPIRE KILLERS: Alles taugt zum Vorschatten oder Chekov-Gewehr.

► Die Kanone in FEARLESS VAMPIRE KILLERS spielt vergleichbar offensichtlich mit dem Publikum wie die TNT-Kisten in MADMADMADMADWORLD. ► wie in: „wir“ wollen den Protagonisten zurufen, dass die dieses Item benutzen können zum Ausbruch. Das Heimkino wird zum Kasperletheater.

► Die besten FX sind die, die man übersieht od. deren Umsetzung nicht kapiert, zB die steifgefrorenen Menschen in FEARLESS VAMPIRE KILLERS.

► FEARLESS VAMPIRE KILLERS macht stets begreiflich, wo alle (in Relation zueinander) sind. zB: Die Flucht aus der Burg spiegelt die Ankunft.

► FEARLESS VAMPIRE KILLERS ist insgesamt ein Film, den ich bei der Erstsichtung nicht so super fand, weil ich seine Brillianz noch nicht sah.

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► Wie nervig es wäre, wenn am Buchregal Meldungen erscheinen, dass dieserundjener Buchtitel in neuer Auflage/Übersetzung erschienen sind. ► Intelligentes Buchregal, kauft eigenständig die fehlenden Buchreihen-Bände und alle Werke meiner offenbaren Lieblingsautoren. ► Intelligentes Buchregal stiftet lange ungelesen bleibende Bände an die Stadtbibliothek und nutzt den Platz für Neukäufe.

darauf reagierte @Zivilschein mit

► @henscheck Intelligentes Bücherregal übernimmt den Twitteraccount eines deiner Follower, um deine unwitzigen Tweets zu parodieren. ► @henscheck Intelligentes Bücherregal möchte, dass du „Empfindungsfähige Literatureinheit“ sagst und ihre Rechte respektierst. ► @henscheck Intelligentes Bücherregal löst Zoff zwischen dir und deinen Nachbarn aus, um menschliches Verhalten zu studieren. ► @henscheck Intelligentes Bücherregal schüttelt den Kopf darüber, was du so liest und stellt bei Besuch Bildungslektüre nach vorn.

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Mehr davon und mehr gibt es auf dem Twitteraccount, den sie Henscheck nannten

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@henscheck kurzbespricht Filme

► Ich bin mir unsicher, wie ich es finden soll, dass ich trotz allem den üblen Cop in DOBERMANN für den Guten halte. ► Der DOBERMANN-Sichtung kam zugute, dass ich nach ZATOICHI (meh!) wieder ein wenig besser auf „coole“ Gewaltinszenierung zu sprechen bin.

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► Ich bin mir unsicher, wie ich es finden soll, dass ich die trippige Visuals aus ENTER THE VOID bereits vor Jahren mit WinAmp generierte. ► ENTER THE VOID ist wie philosophierend in einer Kiffer-WG abzugammeln minus das Studentenfutter knabbern und Vincent-Price-Filme gucken. ► „DIE REISE INS ICH“-Remake von Michael Bay: ENTER THE VOIGHT

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► der gute Ensemblefilm: ITs A MAD MAD MAD MAD WORLD von 1963 mit so ziemlich jedem damals bekannten Filmkomödianten. ► [also… US-Filmkomödianten, duh.]

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► Für Mac&Me habe ich bereits oft geworben, aber ist euch klar, was für ein Feuerwerk an WTF-Elementen er ist? E.T.-Formel falsch abgemischt. ► Und E.T. stinkt meiner Meinung nach gg Mac&Me ab. Zumindest, wenn man Spielberg-Tropes (unfreiwillig?) auf 11 gedreht sehen will. ► Vom holzhammerigen Productplacement bis zum Außenseiter-Kidprotagonist hin zum Tränendrüsenmelken und dem niedlichen Alien.

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► der gute Film noir: KANSAS CITY CONFIDENTIAL von 1952 mit LeeVanCleef in einer Nebenrolle

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► Haha, der muss täglich die Nacktkatze melken?! #LynchDune ist seltsamer als erinnert. (zudem: Kleinwüchsigenschubbsen im Haus Harkonnen) ► Typ mit Metallnase #LynchDune ► Die Schlacht entgleist ein wenig, #LynchDune verliert an Schönheit. ► das Taliban-Trainingslager besteht aus Klimmzügen und #LynchDune-Gucken

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► ich bin so weiß, ich beende den Montag mit WERKMEISTER HARMONIES ► Arthousekino heisst, Leuten beim Dinge-tun zugucken, in Schwarzweiß. Eine ganze Woche lang, das ist dann ein Filmfestival. #WrkmstrHrmns ► #WrkmstrHrmns lebt von seinen skippable moments. Wie das Leben. ich übersprang eben reichlich zwanzig Minuten und weiß alles vom Rückentext. ► als plötzlich: Hanna Schygulla, badly dubbed wie auch der Rest des Filmes. #WrkmstrHrmns #skipskipskip Whoa! Eine Massenszene. ► #skipskipskip Panzer, Helikopter, Wal auf Marktplatz. #WrkmstrHrmns könnte insofern ein Monsterfilm sein, der Wal ein Köder für Godzilla. ► [und ja, der Film heisst Werckmeister Harmonies und der Hashtag ist insofern kaputt. Egau.] ► »…the brutalisation of a society, its political systems and ethics through the metaphor of a decaying circus whale and its star performer.« ► Was offensichtlich einfacher umzusetzen war als ein Monsterfilm. #WrkmstrHrmns ist zumindest kein #Pulgasari

► Wohl eher Werckmeister Artsyfartsies … Bin gespannt, ob #SamuraiCop meinen hohen filmischen Ansprüchen genügt.

► hahaha, ach du Scheiße! #SamuraiCop hat die beste Frisur ► Alter… „Peggy, Peggy, can you hear me? Watch for the boat!“ CUT TO Stockfootage eines riesigen Yachthafens. #SamuraiCop ist Comedygold. ► Filmkenner lachen bereits über schlechtes Editing, verwirrende Klangqualität und mieses Kameraplatzieren. #SamuraiCop liefert schaufelweise. ► »Can you fly, Bobby?« #SamuraiCop ► THEROOMeske awkward-überlange Sexszene? Jip! #SamuraiCop ► Fazit zu #SamuraiCop, einige Stunden nach der Filmsichtung: OMGWTF?! oder anders: RobertZDar hat die größte Starpower von allen Beteiligten.

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► Viel Spaß auch an die Filmemacher der Zukunft, die Facebook-Proteste der beginnenden 2010erjahre cool zu inszenieren. ► Arabischer Frühling, Konzertfilme, Demonstrationen, Schulhöfe: überall werden Smartphones bedient und Touchscreens geswiped ► mehr als ein Filmplakat wird blutbesudelte, zerschossene Displays zeigen. und Like-Daumen. und den Youtube-Laufzeitbalken ► Aufnahmen aus den übelsten Krisenherden werden wirken müssen wie eine Mischung aus CeBit und Bekennervideo. ► Hochbezahlte Schauspieler werden TED-Talk- und Paneldiskussions- und Reddit-Highlights nachsprechen für Biopics berühmter Wissenschaftler. ► tastaturgeklicker.wav wird abdanken, dasPublikum wird über touchscreenditsch und neuenachrichtplop lachen können. ► Und lbnl wird man diese Filme mit einem tarantinoesk-durcheinanderen Soundtrack bestücken und er wird homogen sein, denn anything goes.

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