Meine liebsten englischsprachigen Podcasts
…, aufgelistet und kurz beschrieben, wie ich das in dem vor mehr als einem Jahr veröffentlichten Beitrag Mein Medienkonsum im Jahre 2011 A.D. angekündigt habe.
Die meisten hier verlinkten Sendungen laufen zwar unter ‘Comedy’, doch dieser Begriff bedeutet oft eher eine Mischung aus politischem Kabarett und tiefgehenden Interviews.
Mike Schmidt, Lili VonSchtupp, D. M. Hernandez:
»The 40 Year Old Boy«
http://mikeschmidtcomedy.com/ | http://mikeschmidt.libsyn.com/
Er hat den längsten Atem von allen und liefert selbst in jenen Episoden, die eher Reiseberichte sind, in verdammt lustige Gedankenspielereien ab.Dave Anthony und Greg Berendt (+ Gäste):
»Walking the Room«
http://walkingtheroom.com/ | http://walkingtheroom.libsyn.org/
Intelligenter Spaß mit verbalen Schlägen unter die Gürtellinie.Charlie Clausen und Wil Anderson:
»TOFOP«
http://tofop.com/ | http://tofop.libsyn.com/
Intelligenter Spaß mit vereinzelten verbalen Schlägen unter die Gürtellinie – noch dazu mit australischem Akzent. Typische Themen: Zeitreisen und Nolan-Batman.Seth Romatelli und Jonathan Larroquette:
»Uhh Yeah Dude«
http://uhhyeahdude.com/ | http://uhhyeahdude.libsyn.com/
Die beiden lesen sich Internetfundstücke vor und durchdenken sie lachend.Dana Gould, Eddie Pepitone, … (und Gäste):
»The Dana Gould Hour«
http://danagould.com/ | http://danagould.libsyn.com/
Anekdoten, Lebensweisheiten und nutzloses Wissen vom Feinsten.Vanessa Ragland, Cole Stratton und Gäste:
»Pop My Culture«
http://www.popmyculturepodcast.com/ | http://popmyculturepodcast.libsyn.com/
Interviews mit tollen Gästen. Doch es ist nicht strafbar, auch mal Folgen zu überspringen.Sean Conroy, Jamie Flam, Amber Kenny, Eddie Pepitone und Gäste:
»The Long Shot«
http://thelongshotpodcast.com/ | http://thelongshotpodcast.libsyn.com/
Kürzlich las ich, dass der Avengers-Film deshalb so gut funktioniert, weil die Teammitglieder sich stets gegenseitig auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Genau so ist’s jedenfalls hier.Paul F. Tompkins, Eban Schletter (Piano) und Gäste:
»The Pod F. Tompcast«
http://paulftompkins.com/ | http://pft.libsyn.com/
Bühnensketche, imitierte Stimmen und freie Assoziationen. Zudem annähernd schimpfwortfrei.Viktor / Sputnik / Tor:
»Tank Riot«
http://www.tankriot.com/
Ausführliche Einführungen zu interessanten Themen, abgerundet durch Politik und Filmtipps. Zwischen den (dafür wiederum recht langen) Episoden vergeht teilweise viel Zeit.Paul Gilmartin und Gäste:
»The Mental Illness Happy Hour«
http://www.mentalpod.com/ | http://mentalpod.libsyn.com/
Interviews mit Menschen voller Unsicherheiten, übler Kindheit, und so weiter. Wer ist schon normal?Marc Maron und Gäste:
»W[hat]T[he]F[uck] with Marc Maron«
http://www.wtfpod.com/ | http://wtfpod.libsyn.com/
Ehrliche Interviews mit (oft hierzulande beinahe unbekannten) US-Comedians, eine Person pro Episode. Ab und zu auch mal eine vom Format her offenere Bühnenshow.
PS: Kein Podcast und vom Niveau her nicht jedermenschs Sache, aber es lohnt sich, auf Youtube nach "Opie & Anthony" zu suchen. Einfach mal reinhören und mit den in Deutschland typischen Morningshow-Radiosendungen vergleichen.
Übersetzungen ins Deutsche: Madame Bovary
Wie es der Zufall so wollte, fand ich vor einigen Wochen zwei deutsche Hardcover-Ausgaben von Flauberts "Madame Bovary", die von unterschiedlichen Übersetzern für die des Französischen unkundige Leserschaft (also unter anderem mir) aufbereitet wurden.
Da wäre zum einen die 1960 in der ‘Deutschen Volksbibliothek’ des Aufbau-Verlages “mit freundlicher Genehmigung des Insel-Verlages” erschienene Arthur-Schurig-Fassung, die so beginnt:
ERSTER TEIL
I
Es war Arbeitsstunde. Da trat der Rektor ein, ihm zur Seite ein Neuer, in gewöhnlichem Anzug; hinter den beiden der Pedell, ein Pult in den Händen. Alle Schüler erhoben sich von ihren Plätzen, wobei man so tat, als sei man aus seinen Studien aufgescheucht worden. Wer eingenickt war, fuhr mit auf. Der Rektor winkte ab. Man setzte sich wieder hin. Darauf wandte er sich zu dem die Aufsicht führenden Lehrer.
“Herr Roger”, lispelte er, “diesen neuen Zögling hier empfehle ich Ihnen besonders. Er kommt zunächst in die Quinta. Bei löblichem Fleiß und Betragen wird er aber in die Quarta versetzt, in die er seinem Alter nach gehört.”
Die zweite Übersetzung erschien 1969 im ‘Buchclub 65′ des Verlages Rütten & Loening, wurde aus dem Französischen übersetzt von Manfred Naumann, und missfällt mir. Vermutlich allein dank der einleitenden Formulierung würde ich den Roman wieder zurück in den Lesestapel stecken:
ERSTER TEIL
I
Wir waren beim Lernen, als der Direktor hereinkam, hinter ihm ein Neuer, noch ohne Internatskleidung, und ein Schuldiener, der ein großes Pult trug. Wer schlief, erwachte, und jeder stand auf, als wäre er bei seiner Arbeit überrascht worden.
Der Direktor gab uns einen Wink, uns wieder zu setzen; dann wandte er sich an den Klassenlehrer.
“Monsieur Roger”, sagte er halblaut zu ihm, “hier ist ein Schüler, den ich Ihnen besonders ans Herz lege, er kommt in die Untertertia. Wenn er fleißig arbeitet und sich gut führt, wird er zu den Großen überwechseln, wohin er seinem Alter nach gehört.”
Die englische Wikisource wiederum beginnt so:
PART ONE
CHAPTER ONE
We were in class when the head-master came in, followed by a “new fellow,” not wearing the school uniform, and a school servant carrying a large desk. Those who had been asleep woke up, and every one rose as if just surprised at his work.
The head-master made a sign to us to sit down. Then, turning to the class-master, he said to him in a low voice—
“Monsieur Roger, here is a pupil whom I recommend to your care; he’ll be in the second. If his work and conduct are satisfactory, he will go into one of the upper classes, as becomes his age.”
… und Flaubert höchstselbst schrieb:
PREMIÈRE PARTIE
I
Nous étions à l’Étude, quand le Proviseur entra, suivi d’un nouveau habillé en bourgeois et d’un garçon de classe qui portait un grand pupitre. Ceux qui dormaient se réveillèrent, et chacun se leva comme surpris dans son travail.
Le Proviseur nous fit signe de nous rasseoir; puis, se tournant vers le maître d’études:
— Monsieur Roger, lui dit-il à demi-voix, voici un élève que je vous recommande, il entre en cinquième. Si son travail et sa conduite sont méritoires, il passera dans les grands, où l’appelle son âge.
Que? – Nun ja, jetzt könnte ich natürlich lang und breit darlegen, dass jede Übersetzung ebenfalls wieder kreatives Potential hat (weshalb es auch gelungene und schlechte gibt) und auf Sinnlos im Weltall, Dr. Erika Fuchs und Spencer/Hill-Filme verweisen.
Aber heute will ich’s mal bei der Aussage belassen, dass ich froh bin, wenigstens englischsprachige Texte fließend lesen zu können. Womöglich würde ich sonst, wenn überhaupt, den größten Teil der im Internet auffindbaren Texte nur mittels Google Translate erleben können:
TEIL
Ich
Wir waren in der Studie, wenn der Schulleiter eingegeben, gefolgt von einer neuen bürgerlichen und gekleidet in einen Jungen der Klasse, die einen großen Schreibtisch trug. Diejenigen, die schliefen erwachte, und alle sind aufgestanden, als ob in seiner Arbeit überrascht.
Der Schulleiter winkte uns zu sich sitzen wir dann und wandte sich an die Master-Studiengang:
- Roger, sagte er im Flüsterton, ein Student hier, dass ich es empfehlen, in der zweiten. Wenn seine Arbeit und Verhalten zufrieden sind, wird es in großen, wie es sich für sein Alter.
Evanier, Mark (2008)
"Kirby: King of Comics"
Eben habe ich das Spiegel.de-Interview mit Andreas C. Knigge gelesen, in welchem er den beeindruckenden Fakt erwähnt, »dass Wäscher manchmal an einem Tag ein ganzes Heft zeichnete, weil er vier wöchentlich erscheinende Serien gleichzeitig hatte.« Knigge schließt daraus, Hansrudi Wäscher wäre deshalb »vielleicht sogar der produktivste Comic-Zeichner aller Zeiten«.
Doch das bezweifle ich. Schließlich wird in "Kirby – King of Comics" und "God of comics. Osamu Tezuka and the creation of post World War II manga" (Natsu O. Power, 2009) Ähnliches berichtet. Alle drei – und weltweit viele andere – Künstler haben rund um die Uhr gezeichnet, um Geld zu verdienen; etliche Sammelbände in dutzenden Sprachen beweisen das. Wahrscheinlich also sollte Knigges Wäscher-Biografie den Untertitel Baron der Bildergeschichte tragen. Wenn schon Superlativ, dann der passende.
Europäische Graphik von 1500 bis 1900
… heisst die Buchreihe, die Anfang der Achtzigerjahre bei Rogner & Bernhard, München – sowie (teilweise?) als Lizenzausgabe bei Pawlak, Herrsching – erschien, und im Geiste verwandt ist mit den bildlastigen 9,99€-Backsteinen des Taschen-Verlages.
Callot, Jaques
"Das gesamte Werk" (2 Bd., 1674 S.)Cranach d. Ä., Lucas
"Das gesamte graphische Werk. Mit Exempeln aus dem graphischen Werk Lucas Cranachs d. J. und der Cranachwerkstatt" (800 S.)Daumier, Honoré
"Das lithographische Werk" (2 Bd., 1301 S.)"Deutsche Romantik. Handzeichnungen" (2 Bd., 2016 S.)
Doré, Gustave
"Das graphische Werk in zwei Bänden" (2 Bd., 1536 S.)Dürer, Albrecht
"1471 bis 1528. Das gesamte graphische Werk – Band 1: Handzeichungen" (1119 S.)
"1471 bis 1528. Das gesamte graphische Werk – Band 2: Druckgraphik" (849 S.)Friedrich, Caspar David
"Das gesamte graphische Werk" (880 S.)Graf von Pocci, Franz
"Die gesamte Druckgraphik" (655 S.)Grandville [Jean Ignace Isidore Gérard]
"Das gesamte Werk" (2 Bd., 1632 S.)Richter, Ludwig
"Sämtliche Holzschnitte (2 Bd., 1728 S.)
Die Bände sind allesamt noch immer erstaunlich billig, obwohl sie anscheinend bislang nie nachgedruckt wurden: ein tausendseitiger Doppelband kostet derzeit knapp €15 inkl. Versand). Also: Komm, und schnapp sie dir!
Muschler, Reinhold Conrad (1933)
"Die Unbekannte"
Das Lesen dieser kurzen Buchbesprechung verdirbt den Lesespaß. Denn bereits die leiseste Andeutung, dass der Großteil der Handlung nur deshalb einem Kitschroman ähnelt, damit Muschlers staunender Heldin nach all dieser beglückenden Erlebnisse und ihrem kurzen Ausflug in die doch recht bodenständige Realität des erträumten Paris nur ein Ausweg bleibt… Bereits die leiseste Andeutung dessen beraubt die Novelle ihrer Leichtigkeit, weil durch dieses Vorwissen das Umblättern zum Countdown wird.
Mein Medienkonsum im Jahre 2011 A.D.
Eine sicherlich unvollständige Liste. (Filmplakate und andere Reklameformen habe ich weggelassen bzw. filtere sie mit dem AdBlock-Plugin weg.)
Fernsehen / Radio
Einen Fernseher habe ich nicht, das klassische Radio nutze ich geschätzte drei Stunden jährlich zur Informationsgewinnung. Wenn mich, was ebenfalls selten genug vorkommt, eine in Blogs oder auf Twitter erwähnte Sendung interessiert, höre oder sehe ich sie "zeitsouverän", also gestreamt, als Youtube-Clip, oder offline mit dem mp3-Player.
Geldwerte Zeitungen, Zeitschriften und Magazine
Ab und an kaufe ich eine Satirezeitschrift oder Einzelausgaben auffallender Hefte, z.B. Der Wedding; es soll auch schon vorgekommen sein, dass ich eine Zeitung probehalber abonniert habe. Aber im Allgemeinen hat meine Altpapiermenge stark abgenommen, seit ich online gehe.
Gratis-Zeitungen, -Zeitschriften und -Magazine
Der Drang, zu lesen, ist stark, und ich greife bei Infoständen und Auslagen gern zu. Drei werbefinanzierte Gratis-Drucksachen, die ich gern weiterempfehle, sind die Kunstzeitung, Rugged und das Vice Magazine. (Zählen eigentlich die Online-Auftritte von Spiegel, Freitag, de:bug usw. auch zu den Gratisheften?)
Sachbücher / Bildbände
Dutzende ihrer Art füllen meine Buchregale; mehr, als ich wirklich durchforsten kann (oder werde). Was wohl meine Nachkommen mit all dem Zeug anfangen werden?
Romane / Erzählungen / Comics
Eine Zeitlang habe ich sie verstauben lassen und Sachbüchern den Vorzug gegeben. Aber da Texte, die von der echten Welt berichten, ziemlich bedrücken, greife ich jetzt wieder häufiger zu Erfundenem.
Videospiele
Ich halte mich zwar auf dem Laufenden, aber eher aus Versehen. Vor meiner Zeit als Ubuntu-Nutzer war mehr Ballerspiel und "Fallout"-Reihe.
Musikvideos
Während meiner Jugendzeit lief relativ permanent Musikfernsehen im Hintergrund, derzeit schaue ich sorgsam ausgewählte Videoclips z.B. auf Youtube, insofern sie denn in meinem Land verfügbar sein sollten. Außerdem habe ich inzwischen schon mehrere DVD-gewordene Videographien aus der Bibliothek entliehen.
Musik und Hörbücher auf Tonträgern
Aus der Bibliothek ausleihen, durchhören, zurücktragen. In heftiger Rotation laufen bei uns zu Hause eigentlich nur Kinderliederkassetten, und das nicht wegen mir.
Musik im und aus dem Internet
… höre ich zwar reichlich, aber das meiste ist nicht der Aufbewahrung wert. Mehrmals hatte ich schon eine "Was tue ich da?!"-Erweckung, gefolgt vom Abbruch des sowieso nur den Hintergrund beschallenden Dubstep-Livemixes.
Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen und Konsorten
DVD-Käufe finden nicht mehr statt, seit ich bemerkt habe, wie aktuell und reichhaltig das diesbezügliche Angebot unserer Stadtbibliothek ist. Aber weil’s eben geht, sah ich bereits mehrere Filme als Youtube-Mehrteiler.
Podcasts
Jede Menge, hauptsächlich beim Skizzieren, Hausarbeiten erledigen und kurz vorm Einschlafen. Die wenigsten Podcasts, die ich höre, wurden ursprünglich im Radio versendet. Obwohl das stark wäre. Denn sie sind so gut, dass ich demnächst [im Jahre 2012 A.D.] eine Liste voller Kurzbeschreibungen nachreiche.
Weblogs
Um sie komme ich nicht herum, besitze selbst mehrere und will sie nicht missen. Unter anderem dank ihnen sehe ich keinen Sinn mehr im käuflichen Erwerb von Fotografie-Fachliteratur oder Lokalzeitungen.
Webforen
Spätestens, wenn Software Probleme macht, nutze ich Foren zur Informationsgewinnung. Eine Kombination aus Fehlermeldungs-Copypaste und Jahreszahl führt via Suchmaschine schnell ans Ziel.
Microblogging (Tumblr, Soup.io) und Twitter
Gonna catch ‘em all! (Mit ‘em meine ich seltsame Informationsfetzen von rund um den Globus, die ich wiederum in virtuelle Scrapbooks klebe.) Twitter hielt ich anfangs für Quatsch, aber inzwischen hat es mir Nützlichkeit und Suchtpotential bewiesen.