Betty Boop: "I’ll Be Glad When You’re Dead You Rascal You"
Dave Fleischer (1932)

(Via archive.org)
Betty, Bimbo und Ko Ko sind (wieder einmal) Spielbälle der Nebenfiguren; hauptsächlich dreht sich dieser Cartoon um Armstrongs Musik. Heutzutage würde man einen solchen Trickfilm als Videoclip bezeichnen.
Darum ist es schon ziemlich dreist von den Fleischers, die Handlung ausgerechnet im afrikanischen Urwald spielen zu lassen; und auch viele Klischees einzubeziehen, die die weißen Kinogänger vom Farbigen im Allgemeinen und ‘schwarzen Wilden’ im besonderen hatten.
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Armstrong selbst wurde eine ganz besondere ‘Ehre’ zuteil: Sein körperloser, echter Kopf verfolgt Ko Ko und Bimbo. Und zwar über den kompletten Gesangspart von "I’ll be glad…" hinweg.
Natürlich nicht, ohne vorher aus einem typischen Zeichentrick-Negerkopf zu entstehen. Einem mit wulstigen Lippen, Waschbärnase und riesigen weißen Augen.
Den Tiefpunkt erreicht der Film schließlich, als zwischen der Aufnahme eines mit Stöcken im Kochtopf herumstampfenden Kannibalen und dem Drummer aus Armstrongs Orchester umgeblendet wird.
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"I’ll Be Glad …" wirft folgende Fragen auf:
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Haben die Trickfilmer Armstrong und Co. nur benutzt, um Kohle zu scheffeln? (Denn die exotische Subkultur lockte auch Weiße an, denen die als ‘Norm’ geltenden musikalischen Normen zu eng gesteckt waren.)
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Waren Cartoons wie dieser gar Warnungen vor den Gefahren ‘unzivilisierten’ Musikgeschmacks?
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Griffen schwarze Musiker nach jedem Strohhalm, der ihnen entgegengestreckt wurde? (Das Umfeld ist egal. Was zählt ist, gehört zu werden.)
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Bedienten die Fleischers rassistische Klischees allein zum Zweck, ihrem Publikum sozusagen "durch die Hintertür" neue Musikstile näherzubringen?
Aber auch:
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Betty Boop Cartoon
Max Fleischer presents "I’ll Be Glad When You’re Dead You Rascal You"
Directed by
Dave Fleischer
Animated by
Willard Bowsky
Ralph Somerville
Recorded by
Louis Armstrong And Orchestra
Featuring
Betty Boop
Assisted by
Bimbo & Ko Ko