14 Sep 2006, 11:53am
Buch (A-C)
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Conway, Troy (1971)
"Hexen töten um Mitternacht" ("Son of a Witch")

Und noch ein Taschenbuch, das ich nicht im Laden liegenlassen konnte. Denn schließlich ist der Protagonist dieser Romanreihe niemand Geringeres als »Coxeman – Sexforscher und potenzstarker Geheimdienstagent«.

Cover des siebenten Coxeman-Romans (1972, Bildschriftenverlag)

Herausragendes (Sorry!) Detail der mit dem amerikanischen Original übereinstimmenden Covercollage ist der silberne Dildo mit kugelförmigen Hoden; wohl eine Art Markenzeichen dieser Buchreihe.

Vielleicht ist es ja Zufall, aber das Ding hat auffallende Ähnlichkeiten mit Dr. Evils Raumschiff.

Außerdem kommt hier die gleiche optische Täuschung (für Arme) zum Einsatz, wie auf dem Poster zu "Deuce Bigalow – European Gigolo": Der sitzende Held vor einem phallischen Objekt… Soviel zum Thema Originalität.

Da sich sicherlich viele potentielle Leser fragen, was genau ein Coxeman ist und warum sie ausgerechnet diesen »Sex-Krimi« in der Bahnhofsbuchhandlung erstehen sollen, ist die erste Seite des Taschenbuchs vollgedruckt mit teasernden Informationen:

[© 1972 by Bildschriftenverlag GmbH, Alsdorf.]

»Wer ist Rod Damon?

Rod Damon, der Held unserer neuen Krimi-Serie, führt ein Doppelleben. Einerseits ist er ein berühmter Universitätsprofessor und angesehener Wissenschaftler – sogar auf einem besonders interessanten Gebiet: den Sexualwissenschaften – andererseits muss er viel in der Welt umherreisen. Als Geheimagent.

Und zwar für eine etwas merkwürdige Firma, die Coxe-Foundation, die ihn mit den abenteuerlichsten Aufträgen betraut. Prof. Rod Damon hat nämlich ein gefährliches Hobby: er ist ein "Coxeman".

Was ist das – die Thaddeus-X.-Coxe-Foundation?

Nach außen hin ist sie als eine seriöse Forschungsanstalt, als wissenschaftliche Stiftung, getarnt. In Wirklichkeit verbirgt sich aber hinter ihr die "geheimste aller geheimen" Spionage-Organisationen Amerikas. Ihren ewig raunzenden, kauzigen Chef kennt Rod Damon nur unter dem Spitznamen "Walroßschnauzbart".

Eines ist sicher: Damon ist das absolute As unter den Coxemännern! Nicht umsonst beauftragt "Walroßschnauzbart" gerade ihn immer mit den schwierigsten und heikelsten Affären. Vor allem, wenn bei ihrer Aufdeckung und Beseitigung ein besonders standfester, unwiderstehlicher Mann gebraucht wird.

Denn unser Held besitzt nicht nur Mut und Intelligenz, sondern auch eine ganz besondere Geheimwaffe – seinen immer hieb- und stichfesten, unermüdlichen "männlichsten" Körperteil! Rod Damon ist super-potent!

Mit diesen Vorzügen ist unser Held bei den amerikanischen Lesern inzwischen längst ebenso populär geworden wie bei uns James Bond, Jerry Cotton oder Perry Rhodan.«

Worum es in diesem Teil der Reihe geht, wird bereits auf dem Cover verraten:

Coxeman Rod Damon, der Mann, der immer kann, avanciert zum Hexenmeister und schließt gleichzeitig eine undichte Stelle in der Nato.

Und der Buchrücken ergänzt die spärlichen Informationen um weitere Details:

»Geheimste Nato-Dokumente tauchen auf der gegnerischen Seite wieder auf. Die Foundation wird eingeschaltet und setzt ihren fähigsten Agenten an. Coxeman Rod Damon.

In seinem Geschäft ist Tarnung alles, und deshalb nimmt er auch gleich am Weltkongress der Hexen und Zauberer teil.«

Sicherlich wird diese Entscheidung im Buch geklärt. An welchem Punkt sich nämlich die Interessen von Nato und Okkultisten überschneiden, wage ich nicht einmal zu ahnen.

»Pen Wyr ist der Ort des Treffens und gleichzeitg Endstation der heißen Spur. Die Lösung des Falles ist so außergewöhnlich, wie die Positionen, die Damon einnimmt.«

Eine Buchkritik meinerseits wird hier schon bald zu lesen sein. Ich hoffe ja, das Buch ist wirklich unterhaltsam und nicht nur eine um fickrige Details verschlimmbesserte James-Bond-Kopie. – Stay tuned!

Kurzkritik vom 20.01.07:
Rod Damon, erlebt genau das Abenteuer, das man von ihm erwartet. Er hat Geschlechtsverkehr in einer Welt, in der er dank seiner Manneskraft immer Herr der Lage ist und die von zahlreichen, ihm gefügigen Menschenweibchen bevölkert ist, die er oft so lange beschläft, bis sie bewusstlos darniedersinken.

Die Geschichte mag trashig sein, ist jedoch ziemlich konsequent, was die Schilderung der Satanisten-Orgien und auch der übrigen Schlüsselszenen angeht. Wo in den James-Bond-Filmen abgeblendet wird, fängt für den Coxeman oft erst die eigentliche Arbeit an, und die LeserInnen dürfen ihm dabei sozusagen über die Schulter blicken.

Ach ja: Die Satanisten werden von Conway nicht als Bedrohung für Normalbürger dargestellt, sondern als ‘düsterer’ Swingerclub, in dem sexuelle Wettkämpfe stattfinden. Was wohl Dennis Wheatley von dieser Auslegung hielt?

Ich wette, die Bourne-Identität wäre längst nicht so durchschnittlich geraten mit Coxeman Rod Damon in der Hauptrolle.

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