16 Mrz 2010, 11:05pm
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Delisle, Guy (2003) 
"Pjöngjang" ("Pyongyang")

Wenn Delisles Aufzeichnungen der Wahrheit entsprechen, so ist Pjöngjang ein dystopischer Anti-Vergnügungspark, dem allmählich die Angestellten ausgehen, weil die Arbeitsvertragsklauseln auf Dauer unmöglich einzuhalten sind.

Doch allein schon die Tatsache, dass Guy Delisles Arbeitsaufenthalt in der nordkoreanischen Hauptstadt (er verbessert die Fehler in den Animationen des devisenbringende Auftragswerke schaffenden Trickfilmstudios SEK) ein solcher ist, lässt hoffen, dass der Irrsinn irgendwann endet, welcher diesen Gefängnisstaat am Laufen hält. Denn die Ausländer entsprechen nicht dem Bild, das die Propaganda von ihnen entwirft, und das spricht sich sicherlich auf Dauer herum.

(Sowieso muss der Gemeinplatz vom Reisenden als Botschafter seines Heimatlandes nirgendwo so ernst genommen werden wie beim Aufenthalt in einer Diktatur. Woraus sollen denn die Unterdrückten sonst Widerstandskraft schöpfen?)

Bleibt nur zu hoffen, dass Kim Jong-il nicht mit einem Paukenschlag abtreten wird; wo er doch schon einem Superschurken ähnelt, und noch dazu, wie ich las, ein großer Filmfan ist, und als solcher sicherlich mit damaturgischen Kniffen vertraut ist. Wie etwa dem, dass die beeindruckendste Szene der Showdown ist.

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