6 Mai 2008, 8:30pm
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Die offizielle SLUB-Geschenkannahmepraxis

Meine letzte Spendenaktion ist nun schon einige Zeit her. (So etwa stammen die suhrkamp‘schen Lovecraft-Bände, einige Drehbuchtheoriebüchlein sowie die Interviewsammlungen über John Ford und Orson Welles aus meinem Besitz.)

Inzwischen bin ich umgezogen und hab ärgerlicherweise nicht bereits vorher ‘ausgemistet’. Dabei hatte sich inzwischen erneut reichlich Stuff angesammelt, der nun bei mir verstaubt, während andere gebildete Menschen keinen Zugriff auf ihn haben.

Verkaufen? Damit die Bücher dann in einer anderen Privatwohnung herumstehen? Nö, dafür bin ich viel zu uneigennützig. Außerdem haben Buchspenden den Vorteil, dass auch ich noch an die Werke herankomme, sollte ich das irgendwann wollen.

Vorausgesetzt immer, die verticken den Kram nicht selbst oder schmeißen ihn ins Altpapier.

Damit meinen auszulagernden Beständen dieses Schicksal erspart bleibt, wandte ich mich vor kurzem an Frau Doris Paditz, Referatsleiterin "Pflicht / Tausch / Geschenk", bei der ich die offizielle SLUB-Geschenkannahmepraxis erfrug.

Ihre Antwort bestand im Wesentlichen aus folgenden Zeilen:

»Unter den großen Bibliotheken in Deutschlands gibt es aufeinander abgestimmte Schwerpunkte – keiner ist mehr in der Lage, alles zu sammeln und aufzubewahren. Dies bezieht sich sowohl auf die Titelauswahl wie auch auf die Anzahl der Exemplare.

[…]

Wir sind in den vergangenen Jahren teilweise auf pauschale Angebote eingegangen, haben aber die Erfahrung gemacht,daß wir einen großen Teil der Bücher entsorgen müssen, weil wir vorab nicht wußten, was uns geschenkt wird. Grundsätzlich nehmen wir keine veralteten Nachschlagewerke, Rechtsvorschriften, Mitschriften und Manuskripte o.ä. oder technisch überholte Medien an (z.Bsp. Disketten), Belletristik und Veröffentlichungen aus DDR-Zeiten nur in Auswahl entgegen.

[…]

Sollte es Ihnen zu viel Mühe machen, eine Bücherliste zu erstellen, dann müssen wir leider darauf verzichten. Unabhängig davon nehmen wir im Foyer der SLUB am Infopunkt 2 bis zu 5 Bücher unbesehen entgegen.«

Aha. Das mit den maximal fünf Büchern wusste ich bereits, alles andere hat Vermutungen bestätigt. Jetzt muss ich nur noch die Zeit finden, Bücher aufzulisten. Und das abgelehnte Zeug werde ich sicherlich bei der einen oder anderen Stadtteilbibliothek unterbringen können. Nehme ich mal an.

Der Vollständigkeit halber: Die fettgeschriebene Aufzählung war in der Antwortmail rot markiert, da ich ausdrücklich nach Werken gefragt hatte, die keine Chance auf Obdach in der SLUB Dresden haben.

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