"Frankenstein" 
J. Searle Dawley (1910)

Zugegeben: Diese kurze Filmfassung der inzwischen weltberühmten Erzählung ist erfreulich spezialeffektlastig und setzt die damals übliche unbewegliche Kamerapositionierung kreativ ein.*

Doch ich bin außerstande zu glauben, dass jemals Zuschauer wirklich mit dem 1910er Doktor mitgefühlt haben, als der an seinen Fingernägeln kaute, mit triumphierendem Gefuchtel Formeln erdachte oder sich verzweifelt aufs Bett warf.

Oder anders: Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es jemals ein Kinopublikum gab, welches das verspackte Stummfilm-Overacting zu mehr angestachelt hat, als zu Gelächter. Wenn doch, dann wird das wohl hauptsächlich der begleitenden Livemusik zu verdanken gewesen sein.

(via archive.org)

* Trotzdem man sieht, wie dieser Filmtrick funktioniert, ist die Entstehung des Geschöpfes beeindruckend. Außerdem kommt in diesem Film ein Quasi-Splitscreen zum Einsatz – ein Wandspiegel; das inzwischen wohl ausgelutschteste Horrorfilmklischee.

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