Hauseigene Kritiker sind Luxus
…, meint Jeff Jarvis (BuzzMachine) in einem Artikel über die Zukunft gedruckter Zeitungen. Und weiter:
- This is heresy for me, a former critic and creator of a magazine of criticism. But newspapers don’t all need their own movie, TV, and music critics. The movies are no different in Terre Haute than in New York. Lots of local critics are second-rate. And the truth is that the opinions of the audience matter at least as much as theirs. You can syndicate other critics or you can enable your audience to be the critic. If you’re going to continue to employ critics, concentrate on the uniquely local, like local bands, to help serve a different audience. Oh, and if you’re keeping a TV critic to report on new general managers at local TV stations nobody knew anyway, you’re wasting that money.
Das trifft im Große und Ganzen auch auf filmspezifische Webseiten zu. Denn es geht ja wirklich schneller, einfach die IMDB-Kommentare querzulesen, als sich durch verwinkelte, mit puren Kaufangeboten durchwachsene Suchmaschinen-Ergebnisse zu klicken.
Letztendlich werden darum in den nächsten Jahren wohl viele arg mainstreamige (Hobby-)Kritiker ihre Website dichtmachen, weil kaum mehr einen User ausgerechnet MEINE IHRE Meinung zu Terminator 2 oder so interessiert.
Logische Schlussfolgerung ist darum auch hier: Flucht in die Nische, weg vom Mainstream. Und das Ganze am besten mehrsprachig, um Besucherzahl und Klickrate passabel zu halten.
Doch diese Flucht sollte nicht das oberste Gebot sein. Ab und an einmal bekannte Filme zu ‘reviewen’, bringt ja trotzdem (noch) Quote.
Am besten, man bespricht unbekannte(re) Filme einer durch aktuelle Neustarts plötzlich berühmten jungen Darstellerin. Oder motzt alte Artikel durch Verweise auf aktuelle Blockbuster auf.
Ach ja: Mit originellem Wortschatz verfasste Kritiken zu DVD-Neuerscheinungen, blutrünstiger Importware und im letzten Urlaub auf einem Trödelmarkt gekauftem Video-Billigschund sind ebenfalls gute Köder. So etwas lockt sicherlich den einen oder anderen Leser an.
Oder wie wäre es, Kritiken zu im Netz bzw. Bekanntenkreis kursierenden Kurz- und Hobbyfilmen zu verfassen?
Obwohl… Das ist schon wieder zu sehr Nische.
Und am Schlimmsten: Clickcents verdient man mit solchen Kritiken wahrscheinlich auch kaum.