Archiv der Kategorie: Film (D-F)

movie: fiction (d-f)

"Exkursion zum Mond" 
"Excursion dans la lune" 
Segundo de Chomón (1908)

Fast hätte ich geschrieben, dass dieser Stummfilm die spanische Variation von George Méliès bereits 1902 gefilmter "Reise zum Mond" sei, doch Chomón hat seine frühe Sciencefantasy ebenfalls in Frankreich abgedreht, insofern ist’s wohl ’nur‘ eine Neuverfilmung. Und zwar eine, die sehr gut aufzeigt, was ein schlechtes Remake ausmacht: Die "Exkursion zum Mond" hat mehr Effekte (colorierte Kleidung!), einen ‚lustigen‘ Kofferträger und ist hektisch bis zur Unübersichtlichkeit – es gibt bunte Staubexplosionen, Menschen zappeln herum und Mondshowgirls tanzen. Doch diese Neuerungen geben weder der Story noch den handelnden Figuren Tiefe; dramaturgisch ist das Remake sogar eher noch ein Rückschritt.

(via Internet Archive)

"Fleisch ist mein Gemüse" 
Christian Görlitz (2008)

Vielleicht hat mir der Film nichts Neues über (nord)deutsche Kleinstädte(r) verraten, vielleicht lag es aber auch einzig daran, dass ich bereits zur Genüge Filme über liebenswerte Verlierertypen gesehen habe. Doch diese Verfilmung des gleichnamigen Romans, den ich nicht kenne, aber eben trotzdem erwähnt habe, fühlte sich für mich an wie Zeitverschwendung.

Zugegeben: Das Phänomen Heinz Strunk ist an mir fast völlig vorübergegangen. Mein Halbwissen beschränkte sich bislang auf den Sitzhund-Telefonstreich des Studio Braun, sowie den Konsum einiger Folgen der Sendung Fleischmann-TV damals auf VIVA. Aber allein schon gegen diese Einblicke ins vermutliche Gesamtwerk Strunks stinkt "Fleisch ist mein Gemüse" kräftig ab.

Denn statt Wortgewalt und Schlagfertigkeit hagelt es Kalauer und Phrasendresche von einer Nebenfigur (nämlich dem Bandleader Gurki), und alle interessanten Biographiebestandteile geschehen größtenteils off-screen und werden nachträglich in Dialogen abgehakt. Überhaupt hätte ich von so ziemlich allen Nebenrollen gern mehr erfahren, und würde fast meinen, diesem Film hätte es gutgetan, wenn Heinz Strunk in ihm nur eine Nebenrolle gespielt hätte.

Oder ist das etwa der Witz an dieser Biografie: hat es etwa nur den Anschein, Strunk sei der Mittelpunkt der Erzählung, während er eigentlich bloß jemand ist, der dem Publikum von entscheidenden Episoden im Leben anderer Menschen berichtet?

"Frankenstein" 
J. Searle Dawley (1910)

Zugegeben: Diese kurze Filmfassung der inzwischen weltberühmten Erzählung ist erfreulich spezialeffektlastig und setzt die damals übliche unbewegliche Kamerapositionierung kreativ ein.*

Doch ich bin außerstande zu glauben, dass jemals Zuschauer wirklich mit dem 1910er Doktor mitgefühlt haben, als der an seinen Fingernägeln kaute, mit triumphierendem Gefuchtel Formeln erdachte oder sich verzweifelt aufs Bett warf.

Oder anders: Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es jemals ein Kinopublikum gab, welches das verspackte Stummfilm-Overacting zu mehr angestachelt hat, als zu Gelächter. Wenn doch, dann wird das wohl hauptsächlich der begleitenden Livemusik zu verdanken gewesen sein.

(via archive.org)

* Trotzdem man sieht, wie dieser Filmtrick funktioniert, ist die Entstehung des Geschöpfes beeindruckend. Außerdem kommt in diesem Film ein Quasi-Splitscreen zum Einsatz – ein Wandspiegel; das inzwischen wohl ausgelutschteste Horrorfilmklischee.

"Doom"
Andrzej Bartkowiak (2005)

Typischer Nachmilleniums-Actionhorrorfilm. Viele Knarren, dunkle Gänge, jede Menge Kameraspielereien, Spezialeffekte aller Arten und eine Storywendung mit relativ viel Tiefgang.

Versteht sich von selbst, dass dieser Film ständig an ältere Streifen erinnert, auf einem – oder sogar dem – Computerspiel basiert und hinter den hohen Erwartungen zurückbleibt.

Mit Dwayne ‚The Rock‘ Johnson, Karl Urban, Richard Brake und Rosamund Pike.

"Drüber, drunter und drauf"
"Up!"
Russ Meyer (1976)

Ein Bergkaff in Aufruhr: Im nahen Schloss wurde der perverse Nazi Adolph Schwartz ermordet. Jeder könnte der Täter sein, aber wer ist es wirklich?

Definitiv die krasseste Mischung aus sämtlichen Genres, um die ’normale Menschen‘ besser einen großen Bogen machen sollten: Eine sehr gewöhnungsbedürftige Sex-Nazi-Splatter-Trash-Klamotte.

Unter anderem mit Kitten Natividad (Im tiefen Tal der Superhexen), Robert McLane und lbnl der unglaublichen Raven De La Croix.