16 Dez 2005, 12:25pm
Allerlei
unkommentiert
Amazon.de-Suche

Korrelation, Gewaltwellen und die Kriminalstatistik

Ein Denkanstoß für allzu besorgte Mitmenschen:

    Unter Korrelation versteht man den rein formalen Zusammenhang von zwei Variablen, d. h. etwa eine Information darüber, wie stark Fernsehkonsum und Gewalttätigkeit gemeinsam auftreten.

    Ein Ursache-Wirkungsverhältnis kann aus Korrelationskoeffizienten nicht abgeleitet werden. Wird dies vergessen, dann kann man beweisen, was man will[. … So etwa], die Sonne ginge auf, weil die Hähne krähen.

    Wird aber [mit solch einem] Verfahren bewiesen, dass Fernsehgewalt Kriminalität und Aggressivität ansteigen lässt, dann stimmt fast alle Welt zu.

    […]

    Es ist sicher, dass ein großer Teil der in offiziellen Statistiken belegten Zunahme von Gewalt und Kriminalität keine wirkliche Zunahme bedeutet.

    Vielmehr liegt ein Grund für die statistische Zunahme zumindest teilweise darin, dass delinquente Akte besser erfasst werden oder aber, dass bestimmte Delikte häufiger angezeigt werden, als dies früher der Fall gewesen ist.

    So kann leicht der falsche Eindruck einer Gewaltwelle entstehen.

    Eine weitere Möglichkeit für eine statistische Zunahme liegt mit Sicherheit in einer besseren Ausrüstung der Polizei, dass heisst die Dunkelziffer wird geringer.

    Auch Fritz Sack (1973) verweist darauf, in der Kriminalitätsstatistik würde eher die öffentliche Besorgtheit über Kriminalität und die dadurch bewirkte stärkere Aufdeckung und Verfolgung der Kriminalität angezeigt als ihre tatsächliche Höhe.

(Quelle: Michael Kunczik: Brutalität aus zweiter Hand. Wie gefährlich sind Gewaltdarstellungen im Fernsehen? | Böhlau Verlag (1978), S. 14-17)

*name

*e-mail

web site

Hinterlasse einen Kommentar (,der vor Erscheinen moderiert wird.)