20 Nov 2006, 8:57pm
Buch (L-N)
3 Kommentare
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Maran, Iko / Laretei, Heldur (1972) 
"Der Elefant Londiste" 
"Londiste, õige nimega Vant"

Der Elefant Londiste Der Elefant Londiste

Ein gelber Spielzeugelefant steht auf einer grünen Wiese zwischen Löwenzahnblüten. Auf seinem Kopf und den großen Ohren gehen Ameisen spazieren. Ihn stört das jedoch nicht, stattdessen freut er sich über das Kitzeln der kleinen Füße und bewundert die anderen Insekten um ihn herum: einen wunderschönen Schmetterling, eine große Hummel, einen schillernden Rosenkäfer und den Marienkäfer, der sich auf seinem Gummirücken niedergelassen hat.

Oben beschrieben ist mein Lieblingsbild aus Iko Marans Buch "Der Elefant Londiste" (Illustrationen von Heldur Laretei). Siim bekommt an seinem vierten Geburtstag einen kleinen gelben Spielzeugelefanten geschenkt. Zwischen den beiden entsteht eine enge Freundschaft, denn Londiste ist kein einfaches Spielzeug, sondern er kann sprechen und laufen und hat seinen eigenen Kopf. Sie unternehmen alles gemeinsam. Manchmal handelt sich Siim wegen ihm jede Menge Ärger ein. Und als Siim älter wird muss Londiste damit fertig werden, dass »Freundschaft springt«.

Als Kind habe ich Londiste geliebt, dann ging das Buch verloren (Bücher tun so was), aber 20 Jahre später habe ich es im Internet wiedergefunden. Ich liebe es immer noch! Warum? Weil Spielzeug sprechen kann. Weil Siim und Londiste in einfachen Dingen Wunder sehen. Weil ich schon immer wusste, dass ausgestopfte Tiere nachts was Besseres zu tun haben, als still und stumm dazustehen. Weil Londiste die Stimme ist, die die meisten Menschen durch die ihnen angetane Erziehung verlieren. Und weil es mir nicht gelingt herauszufinden, ob Londiste wirklich oder nur in Siims Fantasie sprechen kann.

Die Geschichte wurde in den 1970er Jahren geschrieben und spielt in Estland (die Oma wohnt in Viimsi). Sie ist trotzdem zeitlos und international. Jedes Kind sollte einen Londiste haben oder wenigstens dieses Buch lesen.

Leider ist es nur noch antiquarisch erhältlich. Oder bei mir – falls mir jemand für mein Exemplar 500.000 Euro zahlt.

Das estnische Original erschien 1972 im Verlag Eesti Raamat, die deutsche Übersetzung 1979 im Verlag Perioodika; ins Deutsche übersetzt wurde die Geschichte von Helga Viira.

[...] Elefanten Londiste [...]

22 Nov 2006, 9:16am
by Christian


Das klingt wie eines jener Kindheitswunder, die einen irgendwann wieder einholen. Das passiert mir leider viel zu selten. Lesen würde ich das Buch, aber nicht für zu diesem Preis ;)

22 Nov 2006, 1:50pm
by gnumm


Christian, DU darfst es dir mal ausborgen!

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