Nickel, Volker (1997)
"Werbung unverblümt. Zeitsichten zu einer anhaltenden Debatte"
Nickel widerlegt in diesem Büchlein so manches Missverständnis, dass Volk und ‘Führung’ gemeinhin von Werbung und ihrer Wirkung haben.
Unter anderem prangert er die Vorstellung vom unmündigen Bürger an, der, vom (Werbe-)Informations-Bombardement willenlos gemacht, jegliche Kaufhemmung verliert. Die Vorstellung also vom denkbefreiten Bürger, der vom Staat an die Hand genommen werden muss, damit er nicht vom rechten Weg abkomme.
Manch einem sind die Artikel garantiert zu sehr "Pro Werbung", aber darum geht es Nickel ja auch.
Fazit: Noch ein Buch, dass zum Pflichtlesestoff an deutschen Schulen gehören sollte.
Inhalt:
Werbung unverblümt
Neues aus Irrgendwo. Per Gesetz wird Werbung total verboten – und dann?
Keine Werbung kostet. Was Konsumenten tatsächlich von der Werbung halten
Menschenbild im Hyperwettbewerb. In Wettbewerb und Werbung droht eine Absatzfalle
Werbung, des Teufels General. Wie verderblich die Markt-Kommunikation der Wirtschaft ist
Der Babysitter-Staat. Noch immer herrscht ein mittelalterliches Bild vom Bürger vor
Kinder, die Unberechenbaren. Wirklichkeitstreue ist beim Thema Kinder und Werbung ein guter Ratgeber
Sündenfall von Einfallslosen. Prominente in der Werbung bleiben ein zweischneidiges Schwert
Eine Jahrhundert-Lust. Über die Ursachen der Kritik an der Werbung der Wirtschaft
Werbemoral, natürlich. Die zwei Grundprinzipien für Werbung in Freiheit und Ordnung
Mehrheit oder Minderheit. Über den schwierigen Umgang mit der Gerechtigkeit bei Beschwerden über Werbung
Werbung rassistisch? Sinnvolle Werbekritik kann zu Moralismus verkommen
Die Alibi-Reiter. Behinderte sollen verstärkt in der Werbung gezeigt werden – Hilfreich oder Effekthascherei?
Lustseuche Fernsehen. Der TV-Apparat verderbe die Gesellschaft, höhle gar die Demokratie aus, meinen Kritiker
Die neue Medienmacht. Emanzipation der Medien von den gesellschaftlichen Institutionen fördert den Einfluss der Bürger
Der Mensch ist kein Hund. Nachdenkwürdiges über die Werbefreiheit eines Berufsstandes
Abstieg vom Elfenbeinturm. Werbefreiheit auch für freie Berufe? Für manchen Funktionär ein Graus
Die Werbesache Euro-Geld. Werbung ist kein Allesmacher
Der rote Faden ‘Trennungsgrundsatz’. Warum Werbeetats keine Druckmittel für Redaktionen sein dürfen
Defizitäre Werbeberufe? Die Werbewirtschaft gehört zu den Wachstumsbranchen. Entspricht dies der beruflichen Lage?
Monster, Mittler, Brückenbauer. Anmerkung zur Metamorphose der Verbände in Deutschland