Posterkritik: "Harry Potter, der abgewichste Zauberschüler" (2007)
Ähm… Ich meinte natürlich "Harry Potter und der Orden des Phönix" / "Harry Potter and the Order of the Phoenix". Wie konnte mir das nur passieren?

Alle haben ihre Zauberstäbe gezückt und sie auf den Betrachter des Plakats gerichtet und gucken ernst und haben sich beim Fotoshooting wahrscheinlich gedacht: »Ich darf jetzt nicht lächeln, weil ich ein Requisit in der Hand halte, welches in jedem nicht-phantastischen Film ‘ne Handfeuerwaffe wäre.«
Was nicht so schlimm wäre, wenn man ihnen diese Anstrengung nicht aus Haltung und Mimik ablesen könnte. So wirken sie wie Kinder, die hardcore tun, es aber nicht sind und auch nie sein werden. Also nicht im Mindesten so bedrohlich wie die Kids der "City of God".
(Tipp an Ron: Du solltest die Kinderfilmwaffe nicht wie einen Hammer führen. Der Daumen muss auf und nicht um den Stab. Du hast da was verwechselt.)
Doch vom lachhaften Ersteindruck mal abgesehen: Das Konzept des Posters ist höchst fragwürdig – es verherrlicht Gewalt und Selbstjustiz. Denn sicherlich haben Harry und seine Freunde ihre Zauberstäbe nicht wirklich auf ihr Publikum gerichtet, sondern auf den in diesem Teil der Buch-/Filmreihe agierenden Endgegner.
Gerade in Zeiten, in denen es relativ regelmäßig zu Schulmassakern kommt, könnte von solch einem Plakatmotiv die falsche Wirkung ausgehen. Denn genausowenig, wie es toll ist, mit Schusswaffen zu posieren oder sie gar auf Lebewesen zu richten, sollten weltbekannte ZauberschülerdarstellerInnen ihre minderjährigen Fans dazu verleiten, sich mit gefährlichen Gegenständen Respekt zu verschaffen.
»Die Rebellion beginnt!« ist die über den Köpfen der Charaktere abgedruckte tagline des Films. Ob sie wohl auch Bastian B.s Motto gewesen ist, als er gegen den bösen S.A.A.R.T. und sein Gefolge loszog?