7 Mrz 2008, 4:27pm
Buch
unkommentiert

Schenkung

Ganz abgesehen davon, dass ich es eigentlich gar nicht leiden mag, wenn Menschen zu verschenkende Bücher mit Widmungen verunzieren:

Seit ich das Sprüchlein »Alles Liebe wünscht dir Gaby M. aus H.« in der Rowohlt-Ausgabe von "Dr. Ratte" entdeckt habe, würde ich gern wissen, was das für ein Mensch ist/war, den Gaby M. mit Kotzwinkles Tierversuchssatire bedacht hat.

Denn diese Geschichte ist die eine weitere literarische Entsprechung zu Goatse.cx und ähnlichen Schockseiten – nicht einmal die auf dem Buchrücken zitierten Kurzkritiken vermögen die potentielle Leserschaft voll und ganz auf den Inhalt vorzubereiten.

Wobei das natürlich sein Gutes hat. Hätte Gaby triviale (Non-)Fiktionen verschenkt, wäre sie nicht besser als die meisten Schenkenden. Und ich hätte dieses Thema nie aufgegriffen.

Also, obwohl du den (Wiederverkaufs-)Wert des Buches gemindert hast: Vielen Dank für deine Widmung, Gaby M. aus H.

Drei mögliche Szenerien:

+ Gaby hat einen Wunsch erfüllt und alle waren’s zufrieden.

+ Gaby wollte eine Aussage treffen; den/die Beschenkte(n) aufrütteln oder so.

+ Gaby war das Geschenk im Nachhinein wirklich peinlich. Dabei klang die Zusammenfassung gar nicht mal sooo schlimm. »Das Covermotiv mit Schere und Skalpellen, nun ja. Aber du bist doch auch gegen Tierversuche.«

Nur der Vollständigkeit halber: Ich kenne diese Frau nicht, sondern habe "Dr. Ratte" online erstanden. Und das dank Gabys Widmung für weniger, als es ansonsten gekostet hätte. Soviel zum Thema Wiederverkaufswert.

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