"Streets of London" 
"Kidulthood" 
Menhaj Huda (2006)

Eine Filmgattung, bei der ich nie weiß, welche Agenda die Macher verfolgen, ist die des Jugenddramas. Wollen sie schockieren, aufrütteln, dokumentieren oder schnelle Euro verdienen? Keine Ahnung. Jedenfalls locken Filme über Problemjugendliche gleichermaßen die Erwachsenenwelt und die gezeigte Altersgruppe an – wenngleich auch aus abweichenden Gründen. (Ein ähnliches Begründungs-Konglomerat gehört sicherlich zum Pitching jedes glaubensbasierten Horrorfilms.)

Ghettokids, Crashkids, Kinder vom Bahnhof Zoo und Kids im allgemeinen sind in solchen Filmen dauergeil und stets bereit auf Gewalt; entweder, um sie auszuteilen oder einzustecken. Mobbing, Drogenkonsum, schneller Sex und drastische Musik gehören zu ihrem Leben. Und auch dieser Streifen bietet all das plus die Selbsttötung einer Gemarterten innerhalb der ersten halben Stunde.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mich dazu entschlossen, die Filmhandlung bereits zu kennen, ohne es tatsächlich zu tun, und "Streets of London" nicht weiterzuschauen. Wer Zeit sparen will, ohne jedoch auf visualisiertes ‚Der Mensch ist des Menschen Wolf‘ zu verzichten, greift zu "Les temps morts" (René Laloux, 1964), denn der ist binnen einer knappen Viertelstunde Laufzeit zeitlos misanthropisch.

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